Experten warnen vor «humanitärer Katastrophe» in Griechenland

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    Deutschland,

    Experten haben angesichts der Corona-Pandemie vor einer «humanitären Katastrophe» auf den griechischen Inseln gewarnt.

    Migranten auf Lesbos
    Zwei Kinder, die aus der Türkei auf die griechische Insel Lesbos gekommen sind, liegen im Dorf zusammen unter einer Decke und essen Fladenbrot. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Experten warnen vor einer «humanitären Katastrophe» auf den griechischen Inseln.
    • Deutschland und andere europäische Länder sollen Migranten aufnehmen.

    Angesichts der Corona-Pandemie warnt der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) vor einer «humanitären Katastrophe» auf den griechischen Inseln. Deutschland und andere europäische Staaten sollten als «Koalition der Willigen» Schutzbedürftige aus Griechenland aufnehmen. Das fordert der SVR in einem am Dienstag veröffentlichten Positionspapier zur seit Jahren stockenden Reform der europäischen Asylpolitik.

    Diese drohe «vollständig von der Corona-Pandemie überlagert zu werden». Die EU-Kommission will ihre neuen Vorschläge nach Ostern präsentieren.

    lesbos
    Eine Flüchtlingsfamilie auf der griechischen Insel Lesbos - AFP/Archiv

    «Nach den Entwicklungen an der griechisch-türkischen Grenze ist zu befürchten, dass die europäische Migrations- und Asylpolitik in absehbarer Zukunft erneut mit Zuspitzungen konfrontiert sein wird, auf die sie strukturell bislang nicht hinreichend vorbereitet ist», schreibt der SVR.

    Dort hatten sich in den vergangenen Wochen Migranten gesammelt. Zuvor hatte die türkische Regierung erklärt, die Grenze nach Griechenland sei offen. Griechische Sicherheitskräfte wehrten die Menschen teils gewaltsam ab.

    Grundlegende Reform notwendig

    Die aktuellen Krisen zeigten die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform, so die Experten. So müssten die Asylverfahren und die Leistungen für Asylbewerber in den EU-Staaten einheitlicher werden. Die aktuell starken Unterschiede böten Anreize, entgegen der Regeln in andere Länder weiterzuziehen.

    lesbos
    Flüchtlinge auf Lesbos - AFP

    Besser wäre es demnach, Wünsche der Betroffenen zu berücksichtigen. Aber auch Sozialleistungen zu kürzen, falls Asylsuchende sich weigern, in den für sie zuständigen Staat zurückzukehren. Anerkannte Flüchtlinge könnten dann schrittweise mehr Rechte zur Freizügigkeit bekommen. Wege zu regulärer Migration nach Europa sollten ausgebaut werden – das sei auch wichtig zur Deckung des Fachkräftebedarfs.

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