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    EU-Spitzen besuchen Erstaufnahmelager für geflüchtete afghanische Ortskräfte

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    Spanien,

    EU-Spitzenpolitiker wollen am Samstag ein Erstaufnahmelager für vor den Taliban geflohene afghanische Ortskräfte in Spanien besuchen.

    Ankömmlinge aus Kabul auf Militärbasis in Spanien
    Ankömmlinge aus Kabul auf Militärbasis in Spanien - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Von der Leyen und Michel reisen am Samstag auf Militärstützpunkt in Spanien.

    Dies gab der spanische Aussenminister José Manuel Albares am Freitag im Radiosender Cadena Ser bekannt. Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollten zusammen mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez auf die Militärbasis Torrejón de Ardoz nahe Madrid kommen.

    Auf dem Stützpunkt hat die spanische Luftwaffe binnen vier Tagen ein Lager für tausend Menschen eingerichtet. Wie Albares weiter sagte, soll es als «logistisches Zentrum Europas» dienen, von dem aus «alle Afghanen, die für EU-Institutionen gearbeitet haben», in andere Staaten verteilt werden sollen.

    Laut Albares haben sich «fast alle EU-Staaten» bereit erklärt, Flüchtlinge aus dem Lager aufzunehmen. Er nannte insbesondere Deutschland, Belgien, Dänemark, Lettland, Litauen, Luxemburg sowie die Niederlande. Spanien selbst wolle «rund 50» Menschen aufnehmen. Demnach sollen die Afghanen zunächst eine «befristete Einreiseerlaubnis» für Spanien erhalten, bevor ihnen von den verschiedenen Ländern, in denen sie sich niederlassen sollen, der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird.

    Bei dem Besuch der EU-Spitzen aus Brüssel werde ein «anderes Europa, ein Europa der Werte» zu sehen sein, sagte Albares in einem weiteren Interview. Am Montag hatte das spanische Aussenministerium noch mitgeteilt, dass die Militärbasis neben Ortskräften der EU auch solche der Nato aufnehmen sollte. Im Radiointerview am Freitag erwähnte Albares die Nato-Ortskräfte jedoch nicht.

    Am Donnerstag war ein erstes Flugzeug aus der afghanischen Hauptstadt Kabul mit 48 Afghanen und fünf Spaniern in Torrejón de Ardoz gelandet. Wie ein EU-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, sind mittlerweile mehr als 160 EU-Mitarbeiter und Familienangehörige aus Kabul in Europa eingetroffen. EU-Schätzungen zufolge warteten noch mehr als 200 Afghanen, die für EU-Institutionen gearbeitet hatten, auf ihre Ausreise. Die Zahlen seien aber nicht endgültig.

    Neben EU-Mitarbeitern evakuiert Spanien auch Ortskräfte, die direkt für spanische Einrichtungen gearbeitet haben. Freitagmorgen hob der zweite spanische Evakuierungsflug mit 110 Passagieren ab. Unter ihnen befand sich auch die Kapitänin der afghanischen Rollstuhlbasketballmannschaft, Nilofar Bajat.

    Seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan vor wenigen Tagen brachten westliche Staaten bereits mehr als 9000 Menschen aus Kabul in Sicherheit - die Bundeswehr ihrerseits mehr als 1600.

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