Die Esa will neue Raumfahrer ausbilden. Auf dem Ministertreffen in Paris wird der neue Jahrgang vorgestellt.
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Marco Sieber bei der Vorstellung der neuen ESA-Astronauten. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Esa nimmt nach zehn Jahren wieder einen Ausbildungsjahrgang für Astronauten auf.
  • Für fünf Europäerinnen und Europäer ist der Traum wahr geworden.

Nach über zehn Jahren nimmt die Esa wieder einen Ausbildungsjahrgang für Astronauten auf. Wann die Neuen das erste Mal ins All fliegen können, steht noch in den Sternen.

Für fünf Europäerinnen und Europäer ist der Traum wahr geworden: Sophie Adenot, Pablo Álvarez Fernández, Rosemary Coogan, Raphaël Liégeois und Marco Alain Sieber. Sie bilden die neue Astronauten-Crew der europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Das gab die Esa am Mittwoch in Paris zum Ende des Esa-Ministerratstreffens bekannt. Doch noch sind die Sterne für die neuen Raumfahrer nicht zum Greifen nah.

Die Ausbildung der Raumfahrer startet in Köln

Für die glücklichen fünf Kandidaten lockt vor dem Weltall nun erst einmal der Rhein. Beim Europäischen Astronautenzentrum in Köln läuft die einjährige Grundausbildung. In der erlernt die Crew Grundlagen der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens.

Anschliessend durchlaufen die neuen Raumfahrer die etwa einjährige Aufbauausbildung. Bei der sie besonders mit der Raumstation ISS vertraut gemacht werden. Zum Beispiel an der Bodenkontrolle ihre Kolleginnen und Kollegen im All unterstützen.

Erst in der dritten Phase der Ausbildung erhalten die Astronautinnen und Astronauten eine konkrete Mission. Und bereiten sich auf diese vor.

Der erste Flug liegt noch in der Ferne

Bis die neue Astro-Crew ins All abhebt, kann es also locker drei Jahre dauern, wenn nicht länger. Matthias Maurer etwa wurde 2017 ins Astronautencorps aufgenommen und flog im vergangenen November in den Weltraum.

Sein deutscher Vorgänger Alexander Gerst wurde der Öffentlichkeit im Mai 2009 vorgestellt. Begann seine Ausbildung im September und schaffte es dann 2014 erstmals ins All.

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ARCHIV - Ein ESA-Astronaut bei einem Ausseneinsatz an der Internationalen Raumstation ISS. - sda - Keystone/Nasa/---

Wohin die neue Generation der Astronautinnen und Astronauten fliegen wird, steht auch noch in den Sternen. Denn die Zukunft der ISS ist weiter ungewiss. Russland hatte angekündigt, nach 2024 aus dem Gemeinschaftsprojekt aussteigen zu wollen.

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa sieht sich zumindest bis 2030 verpflichtet, den Aussenposten in Betrieb zu halten. Flüge eines Esa-Astronauten zum Mond könnten auch noch etwas auf sich warten lassen. Möglich wären zum Beispiel Missionen zum «Lunar Gateway», der geplanten Station auf der Mondumlaufbahn.

Flugchancen wohl auch für Reserve-Astronauten

Neben den fünf Astronauten, die die Esa als sogenannte Karriereastronauten vorgestellt hat, wurden auch neun Raumfahrer in Reserve ausgewählt. Darunter die Deutschen Amelie Schoenenwald und Nicola Winter. Ins All gehen könnte es auch für sie.

Matthias Maurer etwa war in der Top Zehn seines Bewerbungsjahrgangs. Aber zunächst nicht in der finalen Auswahl, und wurde dann Jahre später als Astronaut nominiert.

Teil der astronautischen Reserve wird auch der Brite John McFall sein. Der in der neu geschaffenen Position als Astronaut mit körperlicher Behinderung ausgewählt wurde.

Erhöhtes Budget für die Esa

Auf dem Treffen beschlossen die 22 Mitgliedsländer ein deutlich erhöhtes Drei-Jahres-Budget für die Esa in Höhe von 16,9 Milliarden Euro. Gegenüber dem bisherigen Budget ist das ein Plus von 17 Prozent.

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