Ernst Tanner: Vorwürfe gegen René Benko

    Tilda Pfau
    Tilda Pfau

    Österreich,

    Lindt-Chef Ernst Tanner wirft dem insolventen Immobilienmogul René Benko Betrug und Täuschung vor. Dies, nachdem er in Benkos Signa-Holding investiert hatte.

    Ernst Tanner
    Ernst Tanner an einer Medienkonferenz 2016 in Zürich. - Keystone

    Ernst Tanner, Verwaltungsratspräsident von Lindt & Sprüngli, erhebt schwere Vorwürfe gegen René Benko. Er beschuldigt Benko, ihn durch ein «Geldkarussell» in der Signa-Holding «betrogen, geschädigt und getäuscht» zu haben, wie «NZZ» berichtet.

    Der Investor hatte im Juni 2023 laut der «FAZ» rund 2,1 Millionen Euro (ungefähr 1,98 Millionen Franken) für eine Kapitalerhöhung der Holding eingeschossen. Diese habe Benko laut Tanner durch Scheingesellschaften geschleust und als eigenes Vermögen ausgegeben.

    Hintergrund der Investition

    Tanner war laut dem «Handelsblatt» einer von mehreren Investoren, die 2023 in die Signa-Holding investierten. Benko hatte diese zuvor mit Schulden von 2,4 Milliarden Euro in die Insolvenz geführt.

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    Die Signa Group hat die KaDeWe nach ihrer Insolvenz an einen thailändischen Käufer verkauft. - Monika Skolimowska/dpa

    Die Insolvenz der Signa-Holding hat bereits zu massiven Verkäufen von Immobilien wie dem Park Hyatt oder dem KaDeWe in Berlin geführt.

    Lindt-Chef Tanner sieht in den Vorgängen eine «grobe Täuschung und Betrug», da Benko laut seinen Angaben alle Entscheidungen in der Gruppe kontrollierte, ohne Transparenz zu gewährleisten, so die «NZZ».

    Rechtliche Konsequenzen für René Benko

    Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt seit Januar 2025 gegen Benko wegen des Verdachts auf Vermögensverschleierung und Betrug. Es wurde sogar eine Untersuchungshaft angeordnet, da die Behörden Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr sehen.

    Findest du richtig, dass René Benko in Untersuchungshaft musste?

    Tanners Aussagen könnten als zentrale Beweismittel dienen, da sie direkte Einblicke in die angeblichen Manipulationen geben.

    Die Vorwürfe verschärfen die Lage, da laut der «FAZ» weitere Investoren ähnliche Schadensersatzforderungen stellen könnten. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf ein komplexes Firmengeflecht, das Politiker und Investoren einst täuschte.

    Reaktionen und nächste Schritte

    Benkos Anwalt Norbert Wess bestätigte die Festnahme, äusserte sich aber nicht zu den Vorwürfen, so die «FAZ». Die Staatsanwaltschaften in Deutschland, Liechtenstein und Italien prüfen laut dem «Handelsblatt» parallel Vorwürfe wie Untreue und Betrug bei Immobilienprojekten.

    Benko
    Der Ex-Milliardär René Benko muss nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft (Foto: Archiv) - dpa

    Die «FAZ» berichtet, dass die Signa-Holding weiter um die Abwicklung ihrer Schulden kämpft. Dies, während Benkos Privatinsolvenz von 2024 die rechtliche Lage zusätzlich verkompliziert.

    Tanners Vorwürfe werfen ein Schlaglicht auf die Risiken von Investitionen in komplexe Firmenstrukturen und könnten langfristige Folgen für die Immobilienbranche haben.

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    Kommentare

    User #4882 (nicht angemeldet)

    Komisch. Ich dachte die Firma ging wegen den freiwilligen Sanktionen und den endloss steigenden Zinsen Konkurs. Naja, immerhin hat Europa einen sündenbock. Denn erst dort haben die politiker gemerkt was sie machen...

    User #6071 (nicht angemeldet)

    Hr.Tanner kann das unter Spesen abbuchen. Sein Verlust ist etwa so gross, wie für mich einen Franken.

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