Die meisten Brustkrebspatientinnen müssen nach ihrer Erstbehandlung über viele Jahre das Medikament Tamoxifen einnehmen. Es soll Rückfälle verhindern. In der Pandemie kam es zu Engpässen.
Das Medikament Tamoxifen soll nach einer Erkrankung an Brustkrebs einen Rückfall verhindern. Die Tabletten werden bis zu zehn Jahre lang nach der Therapie eingenommen.
Das Medikament Tamoxifen soll nach einer Erkrankung an Brustkrebs einen Rückfall verhindern. Die Tabletten werden bis zu zehn Jahre lang nach der Therapie eingenommen. - Hannibal Hanschke/dpa

Wegen Lieferengpässen beim Brustkrebs-Medikament Tamoxifen sind darauf angewiesene Frauen nach Beobachtungen der Thüringischen Krebsgesellschaft seit Wochen verunsichert.

«Wir hatten dazu schon viele Anfragen von Patientinnen, die Angst haben, ihre Therapie mangels Medikament unterbrechen zu müssen», sagte Geschäftsführerin Astrid Hessmer auf Anfrage. «Für die Betroffenen ist dies unheimlich belastend.» Inzwischen zeichne sich aber Entspannung ab. Dem Thüringer Apothekerverband zufolge ist die Abgabe der Tabletten beim pharmazeutischen Grosshandel allerdings noch rationiert.

Das Medikament müssen die meisten Brustkrebspatientinnen nach Operation, Chemotherapie und Bestrahlung zehn Jahre lang einnehmen. Es soll die Wirkung des weiblichen Sexualhormons Östrogen blockieren, das bei vielen Frauen das Wachstum der Tumorzellen fördert. Die sogenannte Anti-Hormon-Therapie ist ein wichtiger Teil der Brustkrebsbehandlung.

Dem Thüringer Apothekerverband zufolge können sich die Apotheken derzeit noch nicht wieder mit dem Medikament bevorraten. Der Grosshandel gebe es nur auf Einzelrezepte ab, sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Fink.

Bei dem Versorgungsengpass kamen laut Krebsgesellschaft mehrere Ursachen zusammen. Im letzten Corona-Lockdown hätten sich viele Frauen noch vorsorglich noch für drei Monate mit «Tamoxifen»-Packungen eingedeckt, sagte Hessmer. Hinzu kamen Produktions- und daraus resultierende Lieferprobleme. In Thüringen erkranken jährlich um die 1600 Frauen neu an Brustkrebs.

Mehr zum Thema:

Coronavirus Angst