Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für Auffrischungsimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech gegeben.
Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer
Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Booster-Impfung frühestens sechs Monate nach zweiter Dosis.

Eine Booster-Impfung mit dem Vakzin des Mainzer Unternehmens und seines US-Partner Pfizer komme für Menschen ab 18 Jahren in Betracht, erklärte die EMA am Montag. Die Drittimpfung soll demnach frühestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis erfolgen.

Ein Expertengremium der EMA habe Daten für den Biontech-Impfstoff mit dem Herstellernamen Comirnaty ausgewertet, erklärte die EMA. Dabei habe sich gezeigt, dass der Antikörperspiegel bei einer Drittimpfung steige.

Empfehlungen zur Verabreichung der Auffrischungsimpfungen würden von den Gesundheitsbehörden auf nationaler Ebene ausgegeben, erklärte die EMA weiter. Sie betonte, dass das Risiko von entzündlichen Herzerkrankungen sowie anderen sehr seltenen Nebenwirkungen nach einer Booster-Impfung noch nicht bekannt sei. Dies würde «sorgfältig beobachtet», betonte die EMA.

Myokarditis, eine Entzündung des Herzmuskels, ist eine sehr seltene Nebenwirkung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs. Sie trat vor allem bei jungen Männern vor.

Unabhängig von ihrer Genehmigung von Drittimpfungen für über 18-Jährige gab die EMA grünes Licht für die Verabreichung einer Drittimpfung mit den Vakzinen von Biontech und Moderna für Menschen mit «stark geschwächten Immunsystemen» frühestens 28 Tage nach Erhalt der zweiten Impfdosis.

Bei stark immungeschwächten Menschen kommt es vor, dass nach zwei Impfungen nicht genügend Antikörper gegen das Coronavirus produziert werden. Es gebe zwar keine «direkten Belege» dafür, dass die Fähigkeit zur Produktion von Antikörpern die betroffenen Patienten gegen Covid-19 schütze, unterstrich die EMA. «Es wird jedoch erwartet, dass die zusätzliche Dosis den Schutz zumindest für einige der Patienten erhöhen würde.»

Einige Länder haben bereits damit begonnen, Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen anzubieten. In Deutschland werden etwa Bewohner und Beschäftigte von Pflegeheimen sowie medizinisches Personal erneut geimpft. Die US-Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt eine Drittimpfung für alle Menschen ab 65 Jahren, für Menschen mit erhöhtem Risiko für eine schwere Erkrankung und für Beschäftigte in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko, etwa für Gesundheitspersonal und Lehrer.

Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus, insbesondere in Anbetracht der Ausbreitung der Delta-Variante. Gegner einer Auffrischungsimpfung erklären dagegen, zwei Impfdosen würden bereits ausreichenden Schutz bieten. Sie argumentieren zudem, der Schwerpunkt müsse darauf liegen, nicht geimpfte Menschen zu impfen - etwa in Entwicklungsländern, wo ein Mangel an Impfstoffen herrscht.

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