Die Modewoche und die Frage nach der Kleiderflut

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    Deutschland,

    Wenn man ein T-Shirt im Schrank sucht, fallen einem oft zehn andere entgegen. Auch am Rande der Berliner Modewoche fragen manche, wie es mit der Kleiderflut weitergeht. Eine Designerin hat einen Ratschlag.

    «Ich glaube, wir werfen zu schnell weg», findet die österreichische Designerin Lena Hoschek. Foto: Jörg Carstensen
    «Ich glaube, wir werfen zu schnell weg», findet die österreichische Designerin Lena Hoschek. Foto: Jörg Carstensen - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • An einer Entscheidung kommt man morgens nicht vorbei.

    Zumindest, wenn man nicht nackt vor die Tür gehen will. Was um Himmels Willen ziehe ich heute an? Und wo ist nochmal das Lieblings-T-Shirt in dem ganzen Wust? Die Kleiderschränke sind hierzulande oft voll - und werden manchmal noch voller.

    Am 1. Juli beginnt in Berlin die . Designer wie Guido Maria Kretschmer («Shopping Queen») und Michael Michalsky zeigen ihre Ideen für den nächsten Sommer. Es gibt einen Laufsteg in einem früheren Industriegebäude, dem E-Werk. Erwartet werden zum Beispiel Sängerin Rita Ora, Influencerin Cathy Hummels oder Schauspielerin Jella Haase («Fack ju Göhte»).

    Schluss mit Wegwerf-Mode

    Konfrontiert wird die Modebranche zuletzt öfter mit dem Schlagwort «Fast Fashion»: Konzerne bringen schneller als früher neue Kollektionen in die Läden der Fussgängerzonen, ein Oberteil kostet bei manchen Ketten nur wenige Euro und landet daheim bald wieder auf dem «Aussortiert»-Stapel.

    «Ich glaube, wir werfen zu schnell weg», findet die österreichische Designerin . Mittlerweile gebe es immense Textilabfälle. Früher sei Kleidung teurer, aber langlebiger gewesen. «Damals wurde auch viel mehr repariert und geflickt als heute. Das ist etwas, zu dem wir unbedingt zurückkehren müssen, um unsere Textilmüllberge in den Griff zu bekommen.»

    Auch sie freue sich natürlich, wenn die Wirtschaft boome und die Leute einkaufen gingen. Hoschek rät aber, nicht jeden Trend mitzumachen. Man solle vielmehr darauf achten, Kleidung zu kaufen, die zu einem selbst passe. «Solche Stücke bleiben einem länger erhalten und landen nicht gleich auf dem Müll.»

    Jeder kauft etwa 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr

    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte 2017 ein , wonach die Deutschen etwa 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr kauften. Die Stücke würden aber nur halb so lange getragen wie 15 Jahre vorher, schrieb Greenpeace. Was kann man dagegen tun? Und wie kann Kleidung weniger umweltschädlich produziert werden?

    Darum geht es in Berlin auf der Messe Neonyt und einer dazugehörigen Konferenz. Daneben gibt es viele andere Messen und Veranstaltungen, die Trends für 2020 und andere Schwerpunkte zeigen. Die Berliner Senatswirtschaftsverwaltung rechnet mit rund 70.000 Besuchern während der Modewoche, dazu gehören dann auch viele Einkäufer.

    Hoschek zeigt ihre neuen Entwürfe am Mittwoch (3.7.). Geplant sind auch Schauen von Marc Cain, Riani, Wolfgang Joop oder etwa Marina Hoermanseder. Eines ihrer Kleider sorgte zuletzt für Gesprächsstoff - als Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CSU) damit bei der Verleihung des deutschen Computerspielpreises auftauchte.

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