Jede dritte Person zwischen 16 und 39 hat Familienangehörige, die Pflege oder anderweitige Hilfe benötigen. Laut einer Umfrage wären sogar doppelt so viele bereit, selbt die Pflege für ihre Liebsten zu übernehmen.
Ein Mann hält die Hand einer älteren Frau. Laut einer Umfrage würden zwei Drittel der 16- bis 39-Jährigen ihre Familienangehörigen pflegen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Archvi
Ein Mann hält die Hand einer älteren Frau. Laut einer Umfrage würden zwei Drittel der 16- bis 39-Jährigen ihre Familienangehörigen pflegen. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa-tmn/Archvi - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Mehrheit der Menschen unter 40 Jahren würde eigene Angehörige pflegen.

Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach, die im Rahmen des Pflegereports der DAK-Krankenversicherung durchgeführt wurde.

Demnach wären zwei von drei Menschen, die zwischen 16 und 39 Jahren alt sind, bereit, Pflegeaufgaben in der Familie zu übernehmen. «Der Pflegereport zeigt, dass die junge Generation bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich für ihre Familienangehörigen einzusetzen», sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm. Das Thema Pflege sei unter jungen Menschen kein Tabu, sondern bei vielen im Alltag verankert.

Ein Drittel dieser Altersgruppe habe bereits Familienangehörige, die auf Pflege oder Hilfe im Alltag angewiesen sind. Darüber hinaus würden 84 Prozent derer, die bereits Familienmitglieder pflegen oder pflegten, es der Umfrage zufolge auch erneut tun.

Die Bereitschaft ist bei Frauen (71 Prozent) etwas höher als bei Männern (66 Prozent). Unabhängig vom sozialen Status oder Alter würden zwischen 67 und 70 Prozent der Befragten Familienmitglieder versorgen.

Daher müssten Storm zufolge auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit junge Menschen die pflegende Tätigkeit mit Ausbildung, Studium und Beruf vereinbaren können. «Es ist Aufgabe der kommenden Bundesregierung, eine bessere Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu schaffen.» Sonst werde es in Zukunft immer weniger Menschen geben, die Angehörige zu Hause pflegen wollen und auch können.

Der Leiter der Studie, Thomas Klie, forderte eine Stärkung der Pflege zu Hause. «Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werden wir bald an die Kapazitätsgrenzen in Pflegeheimen stossen.»

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