Die «Bravo» wird 70 – Stars, Sex und ein Medienwandel

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Deutschland,

    Die «Bravo» wird 70. Einst machte sie Stars und beantwortete intime Fragen, heute ist sie eine Stimme unter vielen.

    Bravo
    Die «Bravo» ist auch heute noch da, doch das Jugendmagazin setzt zunehmend auf digitale Inhalte und soziale Medien. (Archivbild) - keystone

    Am 26. August 1956 erschien die erste «Bravo» mit Marilyn Monroe auf dem Titelbild. Laut dem «Deutschlandfunk Kultur» war das Magazin zunächst eine Zeitschrift für Film und Fernsehen.

    Noch im selben Jahr berichtete die Redaktion über Elvis Presley, 1959 folgte der erste Starschnitt. Das «SRF» berichtet, dass die Bravo damit früh die neue Jugendkultur aus den USA aufgriff.

    In ihrer Hochphase verkaufte die «Bravo» mehr als 1,5 Millionen Hefte pro Ausgabe. Laut der «ZDFheute» erreichte sie dadurch ein Vielfaches an Jugendlichen, weil viele das Magazin gemeinsam lasen.

    «Bravo» machte Stars und klärte über Sex auf

    Die Zeitschrift wurde zu einem wichtigen Vermittler zwischen Popstars und ihrem jungen Publikum. Der frühere Chefredakteur Alex Gernandt erklärt gegenüber der «ZDFheute», die grosse Auflage habe den Zugang zu den Stars ermöglicht.

    Elvis Presley, Nena, die Backstreet Boys und Tokio Hotel prägten verschiedene «Bravo»-Generationen. Besonders Bill und Tom Kaulitz erschienen regelmässig auf den Covern und wurden mit Starschnitten zu Teenie-Idolen.

    Hast du die Bravo früher gelesen?

    Ab 1969 etablierte sich Dr. Sommer als Beratungsrubrik für Liebe, Sexualität und Körperfragen. Jugendliche konnten dort erstmals offen Fragen stellen, ohne ihre Eltern einzubeziehen.

    Aufklärung, Skandale und Grenzüberschreitungen

    Der Weg dorthin verlief allerdings nicht geradlinig und spiegelte gesellschaftliche Veränderungen wider. Die Zeitschrift vertrat zunächst konservative Positionen und öffnete sich später zunehmend liberalen Themen.

    1972 wurden zwei Ausgaben wegen jugendgefährdender Inhalte indiziert. In den 1990er-Jahren sorgten zudem Darstellungen nackter Jugendlicher für heftige öffentliche Diskussionen.

    Auch die Nähe zu Stars hatte problematische Seiten und wurde teilweise bewusst inszeniert. Das «SRF» verweist beispielsweise auf Geschichten über Prominente, die aus heutiger Sicht als Grenzüberschreitungen bewertet werden.

    Digitales Zeitalter: Weniger Hefte, mehr Social Media

    Heute beantwortet Dr. Sommer weiterhin Fragen zu Körper, Sexualität und Pubertät. Dabei steht inzwischen stärker die Selbstbestimmung im Mittelpunkt, etwa unter dem Leitgedanken «Dein Körper – Deine Regeln!».

    Die goldene Printzeit ist vorbei, denn die «Bravo» erscheint heute nur noch alle vier Wochen. Die «ZDFheute» nennt für die aktuelle Ausgabe eine Auflage von gut 40'000 Exemplaren.

    Bravo
    Am 26. August 1956 erschien die erste «Bravo» mit Marilyn Monroe auf dem Titelbild. (Archivbild) - keystone

    Stars erreichen ihr Publikum inzwischen direkt über soziale Netzwerke und Streamingplattformen. Die «Bravo» beobachtet deshalb Reichweiten und Streamingzahlen, um aktuelle Trends aufzugreifen.

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    Kommentare

    User #5925 (nicht angemeldet)

    In den 80er am Sonntag für die mutter am kiosk ein schlüsselloch und zwei pack Select, für mich die bravo oder ein lustiges taschenbuch. Alleine mit 12 jahren am kiosk eingekauft.

    Luxy-1

    Gibts Die immer noch? Na Bravo!

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