Deutschland und Australien kooperieren im All und am Boden

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Deutschland und Australien bauen ihre militärische Zusammenarbeit als Reaktion auf neue Bedrohungen weiter aus. Dazu vereinbarte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit seinem australischen Kollegen Richard Marles den Aufbau eines Frühwarnsystems im Weltraum. Ein Truppenstatut soll die Stationierung von Soldaten vereinfachen und formalisieren. Zudem sollen Rüstungskooperationen vorangebracht werden.

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Deutschland und Australien kooperieren im All und am Boden. - keystone

«Die Rüstungskooperation spielt eine zentrale Rolle. Wir erleben jetzt gerade durch den Krieg im Mittleren Osten, wie schnell Ressourcen knapp werden, auch militärische Ressourcen, beispielsweise Munition, aber vor allen Dingen Luftverteidigung», sagte der SPD-Politiker. Auch sei es ratsam, künftig nicht mehr «alle Eier in einem Korb zu tragen», fügte Pistorius hinzu und erklärte: «Unsere Abhängigkeit war in der Vergangenheit zu einseitig, ob das Lieferketten waren mit China oder bestimmte Waffensysteme nur aus den USA oder anderenorts.»

«Wir müssen uns mehr diversifizieren, andere Partner gewinnen, um am Ende bezahlbare Rüstungsgüter in grosser Zahl auch verfügbar machen zu können», sagte Pistorius. Marles sprach von einem sehr bedeutenden Moment. «In einer Welt der Herausforderungen fühle ich mich sicherer nach der Art von Gespräch, wie wir es heute hatten», sagte Marles.

Australien ist die dritte und letzte Station der Reise des Verteidigungsministers, die ihn zuvor nach Japan und Singapur geführt hatte und bei der auch die Chefs grosser deutscher Rüstungsunternehmen in seiner Delegation sind. Der Minister unterstützt damit die Stärkung von Rüstungskooperationen. Während der Reise pries er die Qualität deutscher U-Boote als die besten der Welt an und erwähnte – man kann das als mit einem Augenzwinkern verstehen – seinen Kaufmannsgehilfenbrief als einst ersten Schritt in die Arbeitswelt an.

Nach dem Vorbild anderer Nato-Partner beginnt das Verteidigungsministerium auch gerade, Regierungsgeschäfte für Waffenlieferungen auszubauen. Dabei können sich andere Staaten gegen eine Gebühr bestehenden Beschaffungsvorhaben für die Bundeswehr anschliessen. Kreditgarantien sind auch Teil der Pläne.

Der Minister besuchte am Rande von Canberra das australische Rüstungsunternehmen Electro Optic Systems (EOS), das die Laserwaffe «Apollo» zur Bekämpfung von Drohnen im Angebot hat. Das System wird in einem Container angeboten – mit Laser in der Leistungsklasse von 50 bis 150 Kilowatt. EOS unterbreitete Pistorius das Angebot, 10 Systeme der Stärke 100 Kilowatt für 380 Millionen Euro zu erwerben – ein Preis, der weit unter bisherigen deutschen Planungen liegt.

Beworben wird «Apollo» damit, Drohnen auf einer Distanz zwischen 50 Metern und 3 Kilometern zerstören («hard kill») und bis zu einer Entfernung von 15 Kilometern stören zu können («optical sensor denial»). Nach Unternehmensangaben kann diese Waffe 20 Drohnen pro Minuten abschiessen. Der Energievorrat des Containers reicht demnach für 200 Laserstösse. Er braucht dann eine Energieversorgung.

EOS bietet zudem die Laserwaffe «Atlas» an, die darauf abzielt, gegnerische Satelliten zu blenden oder auch zerstören zu können. EOS kündigte an, den Unternehmenssitz nach Deutschland oder in die Niederlande verlegen zu wollen.

Das deutsche Verteidigungsministerium bezeichnet Australien als einen der wichtigsten sicherheits- und verteidigungspolitischen Partner Deutschlands im südlichen Indopazifik. Beide Staaten verbindet seit 2013 eine strategische Partnerschaft, die 2021 erweitert wurde. Dazu gehören auch gemeinsame Militärübungen wie «Talisman Sabre» und «Pitch Black».

Während der Reise ist auch deutsche Weltraum-Sensorik ein Thema. Die Bundeswehr soll in den nächsten Jahren mehr als 35 Milliarden Euro in Weltraumsysteme investieren. Aufgebaut wird auch ein weltweites Netzwerk zur Überwachung der Weltraumlage. Mit der nun unterschriebenen Absichtserklärung zur Stationierung von Weltraum-Sensorik in Australien schaffen beide Staaten die Grundlage für eine verstärkte Zusammenarbeit.

Zu den schon laufenden Rüstungskooperation gehört ein Engagement von Rheinmetall. Der Rüstungskonzern hat in Australien Produktionsstätten und Wartungskapazitäten. Dort werden militärische Fahrzeuge, Plattformen und Türme für die australischen Streitkräfte sowie für den Export entwickelt, gefertigt und gewartet. Dazu gehört auch das gepanzerte Radfahrzeug Boxer. Dieser wird in Varianten für die australische Armee und auch für Deutschland gebaut.

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