Anwaltsverband besorgt über Angriffe auf Strafverteidigung

Keystone-SDA
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Bern,

Der Schweizerische Anwaltsverband zeigt sich besorgt über Angriffe und Drohungen gegen Strafverteidigerinnen und Strafverteidiger im Rahmen des Strafverfahrens zur Brandkatastrophe von Crans-Montana. Im selben Sinne hatten sich bereits die Anwaltskammern der Kantone Wallis, Waadt und Genf geäussert.

Anwalt
Der SAV schliesst sich damit den Erklärungen der Anwaltskammern der Kantone Wallis, Waadt und Genf vom vergangenen Freitag an. (Symbolbild) - keystone

Solche Angriffe verletzten nicht nur die persönliche Integrität der Betroffenen, sondern schadeten auch der Justiz als Ganzes, schreibt der Anwaltsverband SAV in seiner Medienmitteilung vom Mittwoch.

Der SAV schliesst sich damit den Erklärungen der Anwaltskammern der Kantone Wallis, Waadt und Genf vom vergangenen Freitag an. Der Verband bekräftigt den Anwältinnen und Anwälten gegenüber erneut seine Unterstützung.

«Die Justiz darf weder zu einer Medienjustiz noch zur privaten Selbstjustiz werden», lässt sich Georg Rauber, Präsident der Verbands, in der Mitteilung zitieren. Er weist auch darauf hin, dass Anwältinnen und Anwälte auch daran denken sollten, gegenüber den Medien die übliche berufsethische Zurückhaltung zu wahren.

Schliesslich ist der Verband der Ansicht, dass die aktuellen Ereignisse in der Schweiz sowie die zunehmenden Angriffe auf den unabhängigen Anwaltsberuf auf internationaler Ebene die Dringlichkeit der Unterzeichnung des Übereinkommens des Europarats zum Schutz des Anwaltsberufs unterstreichen würden. Der Beitritt der Schweiz zu diesem Übereinkommen stehe weiterhin aus.

Zusammenfassend bekräftigt der SAV sein Engagement für die Rechtsstaatlichkeit, die Unabhängigkeit der Justiz und den Schutz des Anwaltsberufs als Garant für ein faires Verfahren für alle Parteien.

Am vergangenen Donnerstag fand die Anhörung der Barmitbesitzerin Jessica Moretti in Sitten in einer besonders angespannten Atmosphäre statt. Das Ehepaar Moretti und ihre Anwälte, Yaël Hayat und Nicola Meier, wurden auf dem Campus von Energypolis von einer dichten Menschenmenge aus Journalisten, Kameras und Angehörigen der Opfer umzingelt.

Jacques und Jessica Moretti wurden dabei mehrfach beleidigt und als «Mörder» beschimpft. Zeugen berichteten, dass auch die Anwälte des Paares und weitere Personen angegriffen worden seien.

Kommentare

User #2468 (nicht angemeldet)

Sorry aber dass die Leute kein Vertrauen in die Justiz haben, kann ich verstehen. Sie schützen iftmals Täter mehr als Opfer. Und wenn die Wut öffentlich wird, fühlen sie sich ungerecht behandelt.

User #2468 (nicht angemeldet)

Und was bringt das Übereinkommen, das aussteht , mit dem Europarat ?

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