Deutschland kann nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine erneute Verschlimmerung der Pandemie durch Omikron auch ohne neuen Lockdown noch abwenden.
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Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, wartet auf den Beginn einer Debatte im Bundestag. Foto: Michael Kappeler/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Karl Lauterbach (SPD) glaubt, Omikron auch ohne Lockdown überstehen zu können.
  • Er sei da zuversichtlich, so der deutsche Bundesgesundheitsminister.
  • Die Corona-Zahlen in Deutschland sind seit kurzem wieder schwach rückläufig.

«Da bin ich zuversichtlich», sagte Lauterbach am Mittwoch in Berlin. Der Präsident des staatlichen Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte vor einer Überlastung des Gesundheitssystems und einer Beeinträchtigung kritischer Versorgungsstrukturen, sollte die Omikron-Welle nicht gebremst werden können.

Booster soll genügen

Lauterbach sagte, die Bund-Länder-Beschlüsse vom Vortag würden den bereits eingesetzten Abfall der Infektionsfälle weiter beschleunigen. «Wir werden einen weiteren Rückgang der Fälle sehen, und wir werden in dieser Zeit die Booster-Kampagne fahren», so Lauterbach. «Somit versuchen wir, eine besonders schwere Omikron-Welle noch abzuwenden.»

Ein Schild an der Tür eines Restaurants weist auf die 2G-Plus-Regel hin. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ist mit der Einführung der 2G-plus-Regel seit dem 01.12.2021 zusätzlich ein negativer Test notwendig. Foto: Sina Schuldt/dpa
Ein Schild an der Tür eines Restaurants weist auf die 2G-Plus-Regel hin. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens ist mit der Einführung der 2G-plus-Regel seit dem 01.12.2021 zusätzlich ein negativer Test notwendig. Foto: Sina Schuldt/dpa - sda - Keystone/dpa/Sina Schuldt

Ganz grundsätzlich könnten keine weiteren Massnahmen ausgeschlossen werden. Eine Absage erteilte Lauterbach zum jetzigen Zeitpunkt aber etwa Forderungen, die epidemische Notlage als Basis für noch weiter reichende Corona-Einschränkungen wieder einzuführen.

«In den vergangenen Wochen waren die Fallzahlen rückläufig, aber leider ist das noch kein Zeichen für eine Entspannung», betonte Wieler. Eine Inzidenz von fast 300 deutschlandweit sei immer noch zu hoch, viele Kliniken seien am Limit. Durch Omikron sei mit einer Infektionswelle mit noch nicht gesehener Dynamik zu rechnen.

Grossveranstaltungen wieder verboten

Bund und Länder hatten am Dienstag in Deutschland beschlossen, dass spätestens ab 28. Dezember private Zusammenkünfte für Geimpfte und Genese nur noch mit maximal zehn Personen erlaubt sind, Grossveranstaltungen wieder vor leeren Rängen stattfinden müssen und Clubs und Diskotheken geschlossen werden. Die Beschlüsse sind die Reaktion auf eine Stellungnahme des neuen Expertenrats der Regierung zu Omikron, der vor einer «explosionsartigen» Verbreitung der Omikron-Variante gewarnt hatte.

Wie stark Omikron derzeit verbreitet ist, ist unklar. In Deutschland seien bisher rund 540 Omikron-Fälle und rund 1850 Verdachtsfälle ans RKI übermittelt worden, sagte Wieler. Diese Daten seien überwiegend ein bis zwei Wochen alt.

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