Die deutsche Entwicklungsministerin Svenja Schulze fordert wegen der drohenden Ernährungskrise das Aus für Biokraftstoff aus Lebensmitteln
Svenja Schulze Deutschland
Svenja Schulze (SPD) ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. - Kay Nietfeld/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Laut der deutschen Entwicklungsministerin droht der Welt eine riesige Hungerkrise.
  • Svenja Schulze fordert deshalb, ein Ende der Lebensmittelnutzung für Biokraftstoffe.

Angesichts der Auswirkungen des Ukraine-Kriegs hat die deutsche Entwicklungsministerin Svenja Schulze vor der grössten Hungerkrise seit dem Zweiten Weltkrieg gewarnt. Sie forderte ein Ende der Lebensmittelnutzung für Biokraftstoffe.

Gegenüber der «Bild am Sonntag» warnte Schulze, Russlands Machthaber Wladimir Putin werde seine Interessen auch mit der Belieferung anderer Länder mit Lebensmitteln durchsetzen: «Er hat Getreide aus der Ukraine gestohlen und wird es nur mit Ländern teilen, die sich zweifelsfrei zu Russland bekennen.»

Bei der Uno-Vollversammlung hätten 40 Länder, in denen die Hälfte der Weltbevölkerung lebt, Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht verurteilt. «Das ist auch ein konkretes Ergebnis der Erpressbarkeit durch Lebensmittel», sagte die Ministerin.

Um die Menge der weltweit verfügbaren Lebensmittel zu erhöhen, forderte Schulze ein internationales Ende von Biokraftstoffen, die aus Lebensmitteln gewonnen werden. «Niemand will beim Tanken dafür verantwortlich sein, dass der Hunger auf der Welt verschärft wird. Es muss aufhören, dass wir Lebensmittel in den Tank packen - egal ob Weizen, Palmöl, Raps oder Mais», sagte Schulze.

In Deutschland beispielsweise würden jährlich 2,7 Milliarden Liter Kraftstoff aus Pflanzenölen getankt, das entspreche «fast der halben Sonnenblumenölernte der Ukraine».

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