Bushido

    Bushido im Zeugenstand: Wollte zweite Chance bei Ehefrau

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    Deutschland,

    Rapper Bushido sagt vor Gericht erneut zu seiner Beziehung zu einem Clanchef und ehemaligen Geschäftspartner aus. Offen bleibt weiter ein Antrag auf Einstellung des Verfahrens.

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    Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Grossfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts. Bushidos Ehefrau ist ebenfalls eine Zeugin. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach mehrwöchiger Unterbrechung ist der Rapper Bushido im Prozess gegen einen Berliner Clanchef wieder in den Zeugenstand gerufen worden.

    Der Musiker sagte am Montag vor dem Landgericht, er habe sich bereits längere Zeit vor der Beendigung ihrer Geschäftsbeziehung persönlich von Arafat A.-Ch. abgewandt.

    Ausschlaggebend seien Vorgänge um seine Ehefrau gewesen. Nachdem er nicht zu ihr gehalten hatte, als sie von Arafat A.-Ch. beschimpft worden sei, habe sie sich für einige Monate von ihm getrennt. «Danach habe ich mich klar für die Familie entschieden», so der 42-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heisst.

    Offen blieb zunächst weiter ein Antrag der Verteidiger von Arafat A.-Ch. auf Einstellung oder Aussetzung des Verfahrens, den sie vor rund einen Monat gestellt hatten. Die Anwälte des 44-Jährigen begründeten, bei einer am 22. September 2020 bei ihrem Mandanten durchgeführten Durchsuchung seien Notizen fotografiert worden, die er im Prozess angefertigt habe und bei denen es sich um Unterlagen zu seiner Verteidigung handele. Ein faires, rechtsstaatliches Verfahren sei unter diesen Umständen nicht mehr gegeben.

    Dem Clanchef wird unter anderem versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Drei seiner Brüder sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Es sei zu Straftaten gekommen, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst habe. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt, attackiert worden sein.

    Der Musiker hatte in seiner im August begonnenen Zeugenaussage vor Gericht die Beziehungen zu Arafat A.-Ch. mit einer «Zwangsheirat» verglichen. Der Clanchef habe an ihm viel verdient und ihn «wie sein Eigentum behandelt». Bushido erklärte nun weiter, ab 2014 sei bei Arafat A.-Ch. die «religiöse Komponente» stärker geworden. «Meiner Frau warf er vor, sie respektiere den Glauben nicht.» Dass er sich um eine zweite Chance bei ihr bemühte, habe dem Clanchef missfallen. «Er sagte, sollte ich mich mit ihr wieder vertragen, wäre ich ein Hund.» Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt.

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