Bürgermeister: Oligarchen-Immobilien für Flüchtlinge öffnen

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    Grossbritannien,

    In London haben russische Oligarchen viele Immobilien gekauft. Die sollen laut Sadiq Khan nun für Flüchtlinge geöffnet werden. Londons Bürgermeister spricht von «poetischer Gerechtigkeit».

    Aktivisten in London besetzen die Villa des russischen Oligarchen Deripaska. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa
    Aktivisten in London besetzen die Villa des russischen Oligarchen Deripaska. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Londons Bürgermeister Sadiq Khan hat sich dafür ausgesprochen, ukrainische Flüchtlinge in Immobilien russischer Oligarchen in der britischen Hauptstadt unterzubringen.

    Ein Grossteil der Wohnungen in London stünden ohnehin leer, sagte Khan dem Sender Times Radio.

    Der Labour-Politiker geht davon aus, dass viele Immobilien russischer Superreicher eher zur Geldwäsche gekauft wurden, als um darin zu wohnen. Es handle sich nicht um Wohnungen, sondern um «goldene Backsteine», so Khan weiter. «Ich finde, die Regierung sollte sie beschlagnahmen und bevor sie verkauft werden, sollten sie dazu verwendet werden, Ukrainer unterzubringen», sagte er. Das sei eine Art der «poetischen Gerechtigkeit». Ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson bestätigte, dass die Regierung entsprechende Pläne prüft. Zuvor hatte auch bereits Kabinettsmitglied Michael Gove die Option ins Spiel gebracht, jedoch von einer «hohen gesetzliche Hürde» gesprochen.

    Mehrere pro-ukrainische Aktivisten besetzten eine Immobilie in der Nähe des Botschaftsviertels in London, die dem Putin-Vertrauten Oleg Deripaska zugeordnet wird. Der Multimilliardär steht inzwischen auf der britischen Sanktionsliste. Die Hausbesetzer erklärten der Nachrichtenagentur PA zufolge, die Immobilie gehöre nun ukrainischen Flüchtlingen. Auf Fotos waren mehrere Personen auf einem Balkon mit Bannern zu sehen, auf denen unter anderem zu lesen war: «Diese Immobilie wurde befreit».

    Kurs gegen Oligarchen verschärft

    Die britische Regierung hat ihren lange Zeit als lasch kritisierten Umgang mit russischen Oligarchen in den vergangenen Wochen verschärft. Noch in dieser Woche soll ein neues Gesetz in Kraft treten, dass es Superreichen aus dem Ausland erschwert, sich beim Kauf von Immobilien und anderen Investitionen in Grossbritannien hinter Briefkastenfirmen und Strohmännern zu verstecken.

    Auch das Verhängen von Sanktionen gegen einzelne Personen soll erleichtert werden. Für grosses Aufsehen hatte in der vergangenen Woche geführt, dass London den russischen Milliardär und Inhaber des englischen Fussballerstligisten FC Chelsea, Roman Abramowitsch, auf die Sanktionsliste setzte. Erwartet wird, dass nun weitere folgen.

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