Bürgerbewegung Finanzwende schon mit über 1200 Mitgliedern

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Deutschland,

Eine Finanzmarkt-NGO wie die Bürgerbewegung Finanzwende hat «bisher gefehlt», wie der Gründer Gerhard Schick der Grünen meint.

Gerhard Schick
Gerhard Schick (M), scheidendes Mitglied des Deutschen Bundestages, erhält nach seiner Rede zum Antrag «Finanzwende anpacken – Den nächsten Crash verhindern» im Deutschen Bundestag Applaus. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bürgerbewegung Finanzwende wünscht sich Finanzmärkte im Dienst der Gesellschaft.
  • Ab Neujahr werde sie mit ihrer «inhaltlichen Arbeit» loslegen.

Wenige Wochen nach ihrem offiziellen Start hat die von dem Grünen-Finanzexperten Gerhard Schick gegründete Bürgerbewegung Finanzwende bereits über 1200 Fördermitglieder hinter sich vereint. Diese breite Unterstützung in der Startphase der Organisation sei ein «Ausdruck des Wunsches in der Bevölkerung, dass die Finanzmärkte wieder im Dienst der Gesellschaft stehen sollen», sagte Schick der Nachrichtenagentur AFP. Ab Neujahr werde die Bürgerbewegung mit ihrer «inhaltlichen Arbeit loslegen».

Schick sass 13 Jahre lang im Bundestag, hatte aber im September seinen Abschied aus dem Parlament zum Jahreswechsel verkündet, um sich der Bewegung Finanzwende zu widmen. Er begründete sein Ausscheiden neben zeitlichen Verpflichtungen auch damit, dass er als Vorstand einer überparteilichen Initiative nicht gleichzeitig einer Bundestagsfraktion angehören könne. Zu den Finanzierenden des Vereins gehören derzeit unter anderem die Hans-Böckler-Stiftung und die European Climate Foundation.

«Bisher gefehlt»

Langfristig will sich die Nichtregierungsorganisation vor allem über Fördermitgliedschaften finanzieren. Die bereits jetzt erreichten Mitgliederzahlen seien eine «klare Bestätigung, dass eine Finanzmarkt-NGO wie die Bürgerbewegung Finanzwende bisher gefehlt hat», sagte Schick AFP. Viele Menschen hätten durch eigene Erfahrungen mit schlechten Finanzprodukten oder immensen Kosten für die Bankenrettung erlebt, was an den Finanzmärkten schieflaufe.

Die Bürgerbewegung will Lehren aus der Finanzkrise ziehen, die vor zehn Jahren das internationale System ins Wanken gebracht hatte. Sie setzt sich für ein nachhaltiges und stabiles Finanzsystem ein, das die Interessen von Privatpersonen schützt. So will die Bürgerbewegung im kommenden Jahr darauf achten, dass kein weiteres Steuergeld für die Bankenrettung ausgegeben wird. Ausserdem setzt sich der Verein für eine «Finanzberatung ohne Interessenkonflikte» ein, sagte Schick.

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