Brexit-Deal kostet britische Wirtschaft 90 Milliarden Franken

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Laut einer Studie wird Boris Johnsons geplanter Brexit-Deal die britische Wirtschaft in den nächsten Jahren umgerechnet 90 Milliarden Franken kosten.

    Brexit Kosten
    Eine Flagge der Europäischen Union und eine Flagge von Grossbritannien wehen vor dem britischen Parlament in Westminster. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Studie hat die Kosten von Boris Johnsons Brexit-Deal berechnet.
    • Offenbar soll der Ausstieg aus der EU rund 90 Milliarden Franken kosten.

    Der geplante Brexit-Deal des Premierministers Boris Johnson wird laut einer Studie die britische Wirtschaft in den kommenden Jahren rund 70 Milliarden Pfund (90 Milliarden Franken) kosten. Das Bruttoinlandprodukt wird in zehn Jahren rund 3,5 Prozent niedriger ausfallen als im Falle einer EU-Mitgliedschaft Grossbritanniens.

    Dies teilte das unabhängige Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung (NIESR) am Mittwoch in London mit. Jährlich werde die Konjunktur um 3 Prozent nachgeben, das entspreche etwa der Wirtschaftskraft von Wales.

    Die Regierung wies die Ergebnisse zurück. Sie plane ein «ehrgeizigeres» Freihandelsabkommen mit der EU als es die Studie vorsehe, zitierten britische Medien einen Sprecher des Finanzministeriums.

    Brexit
    Boris Johnson konnte sein Versprechen nicht halten, Grossbritannien bis Ende Oktober aus der EU zu führen. - dpa

    No-Deal-Brexit noch teurer

    Das Institut betonte hingegen, eine Einigung auf den vereinbarten Deal «würde die Risiken eines ungeordneten Austritts reduzieren, aber die Möglichkeit einer engeren Handelsbeziehung mit der EU verhindern». Ein Grund für den Konjunkturrückgang seien nachlassende Investitionen. Ein Brexit ohne Abkommen («No Deal») würde die Wirtschaft sogar um 5,6 Prozent zurückwerfen, so die Autoren.

    Oppositionsparteien zitierten die Studie als Beweis dafür, dass Johnsons Brexit-Plan die heimische Wirtschaft stark schädige. «Wir wissen, dass kein Deal so gut ist wie der, den wir aktuell als Mitglied der EU haben», sagte der Brexit-Beauftragte der proeuropäischen Liberaldemokraten, Tom Brake.

    Johnsons mit Brüssel ausgehandeltes Brexit-Abkommen wird im bevorstehenden Wahlkampf eine zentrale Rolle spielen. Das britische Parlament hatte am Dienstagabend für vorgezogene Neuwahlen am 12. Dezember gestimmt. Johnson hofft, damit das Patt im Parlament aufzubrechen und Grossbritannien schnellstmöglich aus der Europäischen Union zu führen.

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