BMW

    BMW verhandelt über raschen Stellenabbau ohne Kündigungen

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    BMW will Jobs streichen und auch an anderer Stelle beim Personal sparen. Das soll ohne Kündigungen funktionieren. Der Betriebsrat kündigt Widerstand gegen einzelne Massnahmen an.

    Das BMW-Logo auf dem Firmensitz des Automobilherstellers BMW in München. Foto: Tobias Hase/dpa
    Das BMW-Logo auf dem Firmensitz des Automobilherstellers BMW in München. Foto: Tobias Hase/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • BMW will den Stellenabbau im Konzern beschleunigen.

    Der Vorstand verhandelt mit dem Betriebsrat darüber, wie er ohne betriebsbedingte Kündigungen möglichst bald rund 6000 der weltweit 126.000 Arbeitsplätze streichen kann.

    Finanzvorstand Nicolas Peter sagte am Freitag auf Anfrage: «Die bisher getroffenen Entscheidungen reichen nicht aus, um die BMW Group bestmöglich durch diese enorm schwierige Situation zu steuern.» Personalchefin Ilka Horstmeier sagte, neben dem Abbau von Zeit- und Urlaubskonten sowie Kurzarbeit «kommen wir nicht umhin, jetzt weitere Massnahmen zu ergreifen».

    Geprüft werde, Mitarbeiter einige Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter mit einer Abfindung früher in den Ruhestand zu schicken. Die dieses Jahr fertig werdenden Azubis sollen übernommen werden. Aber junge Mitarbeiter sollen sich für ein Studium oder eine Qualifizierung freistellen lassen können - mit der Garantie, danach wieder bei BMW arbeiten zu können. Zudem soll es statt eines tariflichen Zusatzgeldes mehr Urlaubstage geben und 40-Stunden-Verträge auf 35 Stunden gekürzt werden. «Unser Ziel ist es, noch im Juni ein Paket zu verabschieden», sagte Horstmeier.

    Beim Betriebsrat sieht man insbesondere die Kürzung der 40-Stunden-Verträge kritisch: «Die Reduzierung von 40 auf 35 Stunden ist für den betroffenen Mitarbeiter eine gravierende Kürzung, so dass wir das vom Betriebsrat aus definitiv so nicht akzeptieren können», sagte BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch. Beim Abfindungsprogramm will der Betriebsrat dem Autobauer zudem genau auf die Finger schauen. Es sei wichtig, dass dies immer freiwillig passiere, hiess es. Im Zweifelsfall soll Mitarbeitern dabei die Rechtsberatung der IG Metall zur Verfügung stehen.

    Gewöhnlich verlassen jährlich etwa 5000 Mitarbeiter den Autokonzern, die Hälfte davon geht in Rente. Eine Nachbesetzung frei werdender Stellen wird bereits in jedem Einzelfall geprüft. In der Rezession wechseln aber weniger Mitarbeiter zu anderen Unternehmen als in normalen Zeiten.

    BMW rechnet im laufenden Quartal wie VW und Daimler mit Verlust. Der Absatz ist mau, die Werke arbeiten im Ein-Schicht-Betrieb. Vorstandschef Oliver Zipse hatte bei der Hauptversammlung Mitte Mai gesagt: «Die Prognosen für 2020 sind düster.» Betriebsratschef Schoch hat Mitte Mai bereits betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen. Eine Betriebsvereinbarung garantiert jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz - aber nur, solange das Unternehmen einen Jahresgewinn erwirtschaftet.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    KI
    26 Interaktionen
    Gefahr
    Campingfeuer Bella Italia
    12 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    159 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Hotel Central Interlaken
    1 Interaktionen
    Nahost-Konflikt
    2 Interaktionen
    Berlin

    MEHR BMW

    bmw elektroauto
    6 Interaktionen
    München
    BMW
    3 Interaktionen
    Achte Generation
    Zürich
    Zürich
    BTCC BMW Lewis Gilbert
    5 Interaktionen
    Fahrer unverletzt

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Oktoberfest 2026
    Rekord
    Oktoberfest
    Tragischer Unfall
    schokolade
    247 Interaktionen
    Wie geht das?
    Merz weidel
    122 Interaktionen
    Neue Umfrage