Berichte: Johnson als erster Premier unter Strafandrohung befragt

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    Grossbritannien,

    Boris Johnson ist laut Berichten der erste britische Premierminister, der unter Strafandrohung – «under caution» – befragt wurde.

    EU-Austritt des Vereinigten Königreichs
    Premier Boris Johnson will weg von russischem Öl. Foto: Geoff Pugh/Daily Telegraph/PA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Boris Johnson wurde wohl unter Strafandrohung befragt.
    • Dies zeigt ein vom Sender ITV geleakter Fragebogen.
    • Der britische Premier wurde zu den mutmasslichen Lockdown-Partys befragt.

    Die «Partygate»-Affäre um den britischen Premier Boris Johnson hat einen weiteren symbolischen Höhepunkt erreicht.

    Nachdem der Regierungschef den Befragungsbogen der Londoner Polizei fristgerecht eingereicht hat, ist er Medienberichten zufolge der erste britische Premierminister, der von der Polizei unter Strafandrohung («under caution») befragt wurde.

    Der Sender ITV veröffentlichte am Dienstagabend einen geleakten Fragebogen, den Johnson und Dutzende andere mutmasslich an Lockdown-Partys in der Downing Street Beteiligte ausfüllen mussten. Daraus geht demnach hervor, dass die Antworten als Befragung «under caution» gelten.

    boris johnson
    Boris Johnson, Premierminister von Grossbritannien, entschuldigte sich nach der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zu den Lockdown-Partys. Foto: Jonathan Brady/PA Wire/dpa - sda - Keystone/PA Wire/Jonathan Brady

    Die Verdächtigen wurden darin gefragt, ob sie bei den mutmasslich gesetzeswidrigen Partys dabei waren und warum und wie sie mit anderen Anwesenden interagiert haben. Ausserdem haben die Befragten die Möglichkeit anzugeben, wenn sie der Meinung sind, es habe eine «rechtmässige Ausnahme» oder «gerechtfertigte Entschuldigung» gegeben.

    Johnson bestreitet, Regeln gebrochen zu haben

    Das Ergebnis der Polizeiermittlungen könnte entscheidend für Johnsons politische Zukunft sein. Einige konservative Abgeordnete haben bereits seinen Rücktritt gefordert, andere wollen die Ermittlungen abwarten.

    Entziehen mindestens 54 Tory-Abgeordnete Johnson das Vertrauen, käme es zu einem Misstrauensvotum. Johnson soll während des Lockdowns Partys in der Downing Street geduldet und bei einigen auch dabei gewesen sein. Er selbst streitet ab, dabei seine eigenen Regeln gebrochen zu haben.

    Die Vize-Chefin der oppositionellen Labour-Partei, Angela Rayner, bezeichnete es als «nationale Blamage», dass Johnson nun wohl als erster Premier der britischen Geschichte unter Androhung von Strafe polizeilich befragt wurde. «Wie um alles in der Welt kann er weitermachen und behaupten, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten?», fügte sie hinzu.

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