Die inhaftiere Oppositionelle aus Belarus, Maria Kolesnikowa, wird am Montag das Krankenhaus verlassen und ins Gefängnis verlegt.
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Maria Kolesnikowa, Oppositionelle aus Belarus, während einer Gerichtsverhandlung. - Ramil Nasibulin/BelTA/AP/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Maria Kolesnikowa wird das Krankenhaus verlassen.
  • Die belarussische Oppositionelle wird in ein Gefängnis verlegt.

Die verurteilte Oppositionelle Maria Kolesnikowa aus Belarus soll nach einer Behandlung auf der Intensivstation das Krankenhaus am Montag verlassen.

Das teilte die belarussische Opposition am Freitag mit. Dies unter Berufung auf ihren Vater Alexander Kolesnikow, der den Arzt der politischen Gefangenen getroffen hatte.

Maria habe gefrühstückt und fühle sich normal, teilte Kolesnikow demnach mit. Warum die prominenteste Gefangene des Landes auf der Intensivstation behandelt werden musste, war aber weiter unklar.

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Maria Kolesnikowa während ihres Prozesses 2021 - BELTA/AFP/Archiv

Die Gegner von Machthaber Alexander Lukaschenko beklagten, dass der Anwalt weiter keinen Zugang zu Kolesnikowa habe. Es gebe auch keine gesicherten Informationen zu ihrem Zustand. Sie soll in dieser Woche operiert worden sein.

Auch der Vater habe nur die Ärzte, aber nicht seine Tochter selbst gesehen. Kolesnikowa war zuvor als Strafe in Einzelhaft verlegt worden. Eine Richterin hatte eine Beschwerde gegen die besonders harte Isolationshaft abgelehnt.

Galionsfigur der Opposition gegen Lukaschenko

Kolesnikowa gilt als Galionsfigur der Opposition in Belarus gegen Lukaschenko. Dies zusammen mit der im Exil in dem EU-Land Litauen lebenden Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja. Die beiden führten 2020 die landesweiten Proteste gegen die umstrittene Präsidentenwahl an, bei der sich Lukaschenko zum Sieger erklärt hatte. Er liess Polizei und Justiz hart gegen Demonstranten vorgehen.

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Tichanowskaja bei einer Kundgebung in Berlin - AFP/Archiv

Kolesnikowa war im Sommer 2020 verhaftet und wegen Verschwörung zum Umsturz zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Prozess galt wie der gegen andere Lukaschenko-Gegner als politische Inszenierung.

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