BASF-Chef warnt vor Ölpreisschock und fordert Reform des CO2-Markts
Der Chef des Chemiekonzerns BASF, Markus Kamieth, hat vor einem neuen Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs gewarnt. Sollte die für den weltweiten Öltransport wichtige Strasse von Hormus nicht bald wieder öffnen, könnten die Preise für Öl und raffinierte Produkte in der zweiten Jahreshälfte deutlich steigen, sagte er vor Wirtschaftsjournalisten in Frankfurt.

Neben höheren Energiekosten drohten auch neue Störungen der Lieferketten. Dies würde den Inflationsdruck erhöhen und die Nachfrage nach Chemieprodukten belasten. Die Chemiebranche erlebe derzeit ihre schwierigste Phase seit rund 25 Jahren, erklärte Kamieth.
Zugleich forderte der BASF-Chef eine grundlegende Reform des europäischen CO2-Handelssystems ETS. Die Rahmenbedingungen seien zu starr und könnten Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die Widerstandsfähigkeit der europäischen Industrie gefährden. Er unterstütze zwar das Grundprinzip des Systems, sehe aber mehrere Schwächen und plädiere für mehr Flexibilität.
Die EU-Kommission will im Juli eine Überarbeitung des Emissionshandelssystems vorstellen. Das System verpflichtet Unternehmen, für ihren CO2-Ausstoss Emissionsrechte zu erwerben. Mehrere Mitgliedstaaten und Industrieunternehmen kritisieren es zunehmend als zusätzliche Belastung für die europäische Wirtschaft.










