Die Lebensmittelpreise sind in Grossbritannien um fast 6 Prozent gestiegen. Nun warnt der britische Zentralbankchef Bailey vor «apokalyptischen Steigerungen».
Die Preise für Lebensmittel sind in Grossbritannien zuletzt deutlich gestiegen.
Die Preise für Lebensmittel sind in Grossbritannien zuletzt deutlich gestiegen. - Aaron Chown/PA Wire/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Grossbritannien sind Lebensmittel fast 6 Prozent teurer geworden.
  • Nun warnt der Chef der britischen Zentralbank vor weiteren Steigerungen.
  • Grund ist, dass die Ukraine ihre Waren wegen dem Krieg nicht exportieren kann.

Im Ukraine-Krieg hat der britische Zentralbankchef Andrew Bailey vor «apokalyptischen» Preissteigerungen bei Lebensmitteln gewarnt.

Die Ukraine habe zwar ausreichend Vorräte, aber könne die Waren nicht exportieren, sagte Bailey einem Parlamentsausschuss in London. «Es ist eine grosse Sorge für dieses Land und eine grosse Sorge für die Entwicklungsländer». Das sagte der Chef der Bank of England britischen Medien vom Dienstag zufolge. «Tut mir leid, dass ich apokalyptisch bin, aber das ist ein grosses Problem.»

Im März waren die Lebensmittelpreise in Grossbritannien bereits um 5,9 Prozent gestiegen. Es wird erwartet, dass der Anstieg noch zulegt. Die Ukraine ist vor allem als Exporteur von Weizen und Produzent von Sonnenblumenöl wichtig.

Verbraucherpreise könnten um bis zu 10,25 Prozent steigen

Bailey warnte, steigende Energie- und Lebensmittelpreise würden die Inflation noch weiter anheizen und zugleich einen «sehr grossen Reallohnschock» auslösen. Letztlich werde sich die Arbeitslosigkeit wieder erhöhen. Die Inflation war in Grossbritannien zuletzt auf 7 Prozent geklettert.

Die Bank of England rechnet damit, dass die Verbraucherpreise in diesem Jahr um bis zu 10,25 Prozent steigen. Wegen der steigenden Preise für Lebensmittel und Energie könnten Millionen Menschen im Land in Armut und Verschuldung abrutschen.

Lebensmittel
Auch die Lebensmittelpreise in Deutschland dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen - und bei Aldi wird das schon ab Montag zu spüren sein. - Rolf Vennenbernd/dpa/Archiv

Die Zentralbank hätte nicht anders handeln können, versicherte Bailey. «Wir können Dinge wie Kriege nicht vorhersagen, das steht in Niemandes Macht.» Auf die Frage, ob er sich hilflos fühle, etwas gegen die steigende Inflation zu tun, sagte Bailey: «Ja.»

Der Notenbankchef forderte Arbeitnehmer auf, sie sollten «überlegen und reflektieren», bevor sie Lohnerhöhungen forderten und die Inflation weiter anheizen.

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