Die Swiss wird ab sofort den Luftraum über Belarus meiden. Die EU verhängt derweil erste Sanktionen und sperrt den Luftraum für belarussische Airlines.
Flugzeug A220 Swiss
Ein Flugzeug des Typs A220-300 der Fluggesellschaft Swiss. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Swiss meidet wegen der «aktuell dynamischen politischen Lage» den Luftraum Belarus.
  • Die EU beschliesst ein Überflug- und Landeverbot für belarussische Flieger.
  • Ausserdem soll die Liste von sanktionierten Personen und Unternehmen erweitert werden.

Die Lufthansa wird aufgrund der Spannungen mit Belarus nach der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine den Luftraum des Landes zunächst meiden. «Aufgrund der aktuell dynamischen Lage setzen wir die Operation im weissrussischen Luftraum vorerst aus», teilte die Airline am Montagabend mit.

Von dieser Entscheidung ist auch die Schweizer Fluggesellschaft Swiss betroffen. Aufgrund der «aktuell dynamischen politischen Lage» werde die Swiss ebenfalls den Luftraum über Belarus ab sofort umfliegen, teilt eine Sprecherin gegenüber «Blick» mit.

Die Swiss-Sprecherin erklärt ausserdem, dass auch die Crew von Swiss den Anweisungen aus Minsk wohl Folge geleistet hätte. Denn wenn ein Flugzeug abgefangen werde, müssten die Besatzungen sämtlicher Airlines die Anweisungen befolgen. Das sei in einem klaren internationalen Verfahren so geregelt.

Zahlreiche Airlines meiden Belarus

Es ist nicht überraschend, dass die Lufthansa Konsequenzen aus dem Vorfall zieht. Denn auch eine Maschine der deutschen Airline ist am Montag im belarussischen Minsk nach einem «Sicherheitshinweis» durchsucht worden.

Zahlreiche Staaten haben ebenfalls angekündigt, den belarussischen Luftraum zu meiden. So hat etwa die Ukraine mitgeteilt, den Flugverkehr mit dem Nachbarland komplett einstellen zu wollen. Grossbritannien seinerseits hat die Betriebserlaubnis für die belarussische Airline Belavia ausgesetzt.

EU verhängt wegen Zwangslandung von Flugzeug Sanktionen gegen Belarus

Die EU-Staaten verhängen nach der erzwungenen Landung einer Passagiermaschine in Minsk neue Sanktionen gegen die frühere Sowjetrepublik Belarus. Wie ein Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel am Montagabend nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel mitteilte, sollen belarussische Fluggesellschaften künftig nicht mehr den Luftraum der EU nutzen dürfen. Ausserdem dürften sich auch nicht mehr auf Flughäfen in der EU starten und landen dürfen.

Zudem soll es zusätzliche gezielte Wirtschaftssanktionen und eine Ausweitung der Liste mit Personen und Unternehmen geben, gegen die Vermögenssperren und EU-Einreiseverbote gelten. Fluggesellschaften mit Sitz in der EU werden darüber hinaus aufgefordert, den Luftraum über Belarus zu meiden.

Protassewitsch
Der Journalist Roman Protassewitsch, hier bei einer Verhaftung durch belarussische Polizisten im Jahr 2017. - dpa

Belarus hatte am Sonntag eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Athen nach Vilnius unter dem Vorwand einer Bombendrohung und mit einem Kampfjet zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Dort wurden der im Exil lebende belarussische Oppositionelle Roman Protasewitsch und seine aus Russland stammende Freundin festgenommen.

Mehr zum Thema:

Fluggesellschaft Swiss Fluggesellschaft Bombendrohung Lufthansa Ryanair EU