Atomkraftwerk in Frankreich wegen Hitzewelle gedrosselt
Die Hitzewelle in Frankreich mit Temperaturen bis zu 43 Grad bremst voraussichtlich einige der Atomkraftwerke des Landes aus. Angesichts der extremen Temperaturen fuhr der staatliche Stromkonzern EDF das Kernkraftwerk Golfech im Süden des Landes in der Nacht zu Dienstag herunter.

Für drei weitere Kraftwerke kündigte EDF ebenfalls Einschränkungen des Betriebs an. Grund dafür sei die gestiegene Wassertemperatur in den Flüssen, aus denen das Kühlwasser für die Kraftwerke entnommen wird. Verhindert werden solle, dass durch das Wiedereinleiten des aufgeheizten Kühlwassers die Temperatur in den Flüssen über festgelegte Grenzwerte ansteigt.
Neben dem Kraftwerk Golfech könnte es an dem ebenfalls an der Garonne gelegenen Atommeiler Blayais zu Einschränkungen kommen, teilte EDF mit. Ins Auge gefasst werden diese ausserdem für die an der Rhône gelegenen Kraftwerke Bugey und Saint-Alban.
Bereits 40 Tote bei Badeunfällen
Nach Angaben von EDF sind die Auswirkungen der Massnahmen auf die Stromproduktion zu vernachlässigen. Das Drosseln oder Herunterfahren von Atomkraftwerken während Hitzeperioden habe seit dem Jahr 2000 zu einer Reduzierung der jährlichen Stromproduktion von durchschnittlich 0,3 Prozent geführt. Wenn Hitzeperioden aber häufiger und intensiver werden, können die Auswirkungen grösser werden.
Bereits seit Donnerstag ächzt Frankreich unter enormer Hitze, die Temperaturen klettern teils bis auf 43 Grad Celsius. Die Behörden sprechen von einer aussergewöhnlich starken Hitzewelle. Schulen bleiben teils geschlossen, mitunter werden Abiturprüfungen verschoben. Laut Premier Sébastien Lecornu gab es im Land 40 Badetote seit Donnerstag. Unter ihnen seien viele Minderjährige.










