Argentinierin Samanta Schweblin gewinnt Millionen-Literaturpreis

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Die argentinische Autorin Samanta Schweblin hat in Spanien den erstmals vergebenen Aena-Literaturpreis gewonnen.

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Die argentinische Autorin Samanta Schweblin hat in Spanien den erstmals vergebenen Aena-Literaturpreis gewonnen. - keystone

Die 48 Jahre alte Wahl-Berlinerin erhielt die Auszeichnung für ihren Erzählungsband, der auf Deutsch «Das gute Übel» heisst. Das Werk wurde zum besten spanischsprachigen Buch des Jahres 2025 gewählt.

Der «Premio Aena» ist mit einer Million Euro (rund 922.000 Franken) dotiert und zusammen mit dem traditionsreichen, schon seit 1952 vergebenen Planeta-Preis die am höchsten dotierte literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt.

«El buen mal», wie der Band im Original heisst, umfasst mehrere Erzählungen – darunter die Geschichte einer Mutter, die nach einem gescheiterten Suizidversuch nach Hause zurückkehrt, um das Abendessen zuzubereiten. Die Zeitung «El País» bezeichnete das Buch als «Katalog der Einsamkeiten», in dem die Nähe der Menschen, die diese Einsamkeit lindern könnten, zugleich schmerzlich spürbar sei.

Der Suhrkamp-Verlag spricht von «gestochen scharfen Horrorgeschichten», in denen «uns die Monster des Alltäglichen so nahe» kämen, «dass wir ihren Atem im Nacken spüren».

Schweblin gilt als eine der profiliertesten zeitgenössischen Autorinnen Lateinamerikas. Die 1978 in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geborene und seit 2012 in Berlin lebende Schriftstellerin stand bereits zweimal auf der Shortlist für den International Booker Prize. Sie gewann unter anderem für ihren Erzählungsband «Die Wahrheit über die Zukunft» 2008 den Premio Casa de las Américas. Ihre Bücher sind in 25 Sprachen übersetzt.

Die Gewinnerin hob in ihrer Dankesrede hervor, dass Literaturpreise überwiegend Romane auszeichnen und nur «sehr selten» eine Kurzgeschichtenautorin wie etwa die Nobelpreisträgerin von 2013, Alice Munro, berücksichtigt werde. Die Wahl ihres Buches sei daher auch so etwas wie eine «Absichtserklärung» der Jury zur Unterstützung der Kurzgeschichten, sagte sie in Barcelona. In einer Zeit, in der die Welt «scheinbar auseinanderfällt», müsse man auf die Literatur als Gegenkraft zu Krieg und Gewalt setzen, sagte sie.

In den vergangenen Wochen hatte der Aena-Preis in Spanien für viel Gesprächsstoff und hitzige Debatten gesorgt – sowohl wegen seiner Trägerschaft durch die gleichnamige spanische Flughafen-Betreibergesellschaft, an der der Staat mit 51 Prozent beteiligt ist, als auch wegen der hohen Dotierung. Aena-Präsident Maurici Lucena Betriu entgegnete im Interview der Zeitung «La Vanguardia»: «Ist eine Million für ein Buch zu viel, wenn Fussballstars wie Cristiano Ronaldo 200 Millionen im Jahr verdienen?»

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