Seit den Corona-Lockerungen stieg die Nachfrage nach Arbeitskräften. Anders sieht es auf dem Ausbildungsmarkt aus,
Arbeitskraft
Azubi in einer Restarurantküche - dpa/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • In Deutschland steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften.
  • Hingegen herrscht auf dem Ausbildungsmarkt Flaute.
  • Auch 2021 blicken die Unternehmen mit wenig Optimismus entgegen.

Während die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland weiter wächst, ist auf dem Ausbildungsmarkt keine schnelle Erholung in Sicht.

Jeder vierte ausbildende Mittelständler (26 Prozent), erwartet am Jahresende weniger Lehrlinge unter Vertrag zu haben als Ende 2020. Dies zeigt eine KfW-Umfrage. Die Chancen für Jobsuchende haben sich hingegen seit dem Frühjahr verbessert. Zuletzt hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften aber verlangsamt.

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Seit den Corona-Lockerungen suchen Unternehmen wieder nach Personal – besonders im Gastrobereich und im Handel. - Keystone

Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg von Juli auf August um einen Punkt auf 123 Punkte. Damit setze die Arbeitskräftenachfrage das Wachstum seit dem Frühjahr fort, wenngleich mit schwächerer Dynamik als die Monate zuvor. Dies teilte die Bundesagentur am Montag in Nürnberg mit. Im Vergleich zu vor einem Jahr liegt der BA-X aktuell sogar um 30 Punkte höher.

Der Stellenindex beruht auf den Stellengesuchen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Als Referenzwert dient der Durchschnitt des Jahres 2015, der mit 100 angegeben wurde.

Nachfrage nach Arbeitskräften seit Corona-Lockerungen angestiegen

Im August wurde in nahezu allen Branchen ein Plus an Stellen gemeldet. Seit den Corona-Lockerungen im Mai ist vor allem die Nachfrage nach Arbeitskräften im Gastgewerbe und im Handel gestiegen. Aber auch die Industrie sucht wieder mehr neue Mitarbeitende.

In Deutschland leisten traditionell kleine und mittlere Unternehmen den Grossteil der beruflichen Ausbildung. Dies mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich.

Doch für 2021 zeigen diese kaum Optimismus: In der Umfrage rechneten lediglich 15 Prozent damit, bis Jahresende mehr Azubis unter Vertrag genommen zu haben als Ende 2020.

azubi
Ein Auszubildender arbeitet in einer Werkstatt. - dpa

Demnach hatten im Laufe des vergangenen Jahres bereits 28 Prozent der Firmen die Anzahl der Lehrlinge verringert. Nach zwei Krisenjahren hätten dann fast 4 von 10 mittelständischen Ausbildungsunternehmen weniger Abzubildende als vor der Krise. Dies, wenn sich die Zukunftseinschätzungen der Unternehmen bewahrheiten, heisst es in der KfW-Analyse.

Die Zahlen machten wenig Hoffnung auf eine schnelle Erholung oder Nachholeffekte auf dem deutschen Ausbildungsmarkt, analysierte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Möglicherweise werden die Bereitschaft für Auszubildende noch durch Unsicherheiten beim Impf-Tempo und der Delta-Variante gebremst.

Auch angesichts des Fachkräftemangels sei es wichtig, dass die Ausbildungsaktivität möglichst bald zum Vorkrisenniveau zurückkehre, mahnte sie.

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