Anzahl Asylanträge ist in Europa rückläufig
Die Zahl der Asylanträge in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz ist im ersten Halbjahr des laufenden Jahres erneut zurückgegangen. Ein Grund für den Rückgang war unter anderem die politische Entwicklung in Syrien.

Von Januar bis Juni zählte die Asylagentur der Europäischen Union insgesamt rund 332'000 neue Anträge, wie die Behörde auf Malta mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 bedeutet dies ein Minus von 67'000 (fast 17 Prozent).
Afghanen stellten demnach mit rund 39'000 Anträgen die grösste Gruppe. An zweiter Stelle folgten Venezolaner mit etwa 33'000 Anträgen. Menschen aus Bangladesch blieben mit rund 22'000 Anträgen die drittgrösste Gruppe.
Die meisten neuen Asylanträge erhielten Frankreich (69'139), Italien (66'437), Spanien (54'732), Deutschland (54'454) und Griechenland (23'363), wie die EUAA (European Union Agency for Asylum) mitteilte. In der Schweiz seien zwischen Januar und Juni 9734 Anträge gestellt worden, während im Nachbarland Österreich 4903 Personen Asyl beantragt hätten.
Gemessen an der Wohnbevölkerung verzeichnete Griechenland mit 2254 Antragstellern pro Million Einwohner die meisten Anträge. In der Schweiz waren es 1067, während der Durchschnitt der genannten Länder bei 710 Anträgen pro Million Einwohner lag.
Der Rückgang hängt nach Angaben der Agentur unter anderem damit zusammen, dass sich die Zusammensetzung der Asylsuchenden verändert hat. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die politische Entwicklung in Syrien: Die dortige Situation befindet sich weiterhin im Wandel, was sich auch auf die Zahl der Menschen auswirkt, die aus diesem Land in der EU Asyl beantragen.
Gleichzeitig arbeite die EU verstärkt mit Herkunfts- und Transitländern zusammen, was ebenfalls dazu beitrage, dass weniger Menschen einen Asylantrag in der EU stellten. Bei den Afghanen kommt hinzu, dass der ungewöhnlich starke Anstieg Ende 2025 teilweise auf wiederholte Anträge von Afghaninnen zurückging, die sich bereits in der EU aufhielten.
Die Agentur hielt zudem fest, dass der Krieg im Nahen Osten nicht zu einem Anstieg der Asylgesuche in der EU, Norwegen und der Schweiz geführt habe.






