Für den Chefposten bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht für die nächste Amtszeit ausschliesslich Amtsinhaber Tedros Adhanom Ghebreyesus zur Verfügung.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus - POOL/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Amtszeit als WHO-Chef des Äthiopiers Tedros Adhanom Ghebreyesus endet im August.
  • Für seine Nachfolge steht nur er selbst zur Wahl.
  • Niemand anderes wurde nominiert.

Das teilte die WHO am Freitag in Genf mit. Tedros' Amtszeit endet im August kommenden Jahres.

Wie die WHO mitteilte, stellten sich 28 Staaten hinter die Kandidatur des 56-jährigen Äthiopiers, darunter Deutschland, Frankreich, Indonesien, die Niederlande und Spanien. Die Frist für die Nominierungen war am 23. September abgelaufen.

Tedros mit gutem Ruf

Tedros steht seit 2017 an der Spitze der UN-Organisation, die insbesondere im Kampf gegen die Corona-Pandemie unter seiner Führung eine weltweite Führungsrolle innehat. Er ist der erste Afrikaner auf dem Posten des WHO-Chefs. In seiner Heimat Äthiopien war der Mediziner Tedros in der Vergangenheit Gesundheits- und Aussenminister.

Tedros Adhanom Ghebreyesus (M), Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nimmt an einer Militärfeier teil. Die traditionelle Militärparade auf der Prachtstrasse Champs-Élysées fällt wegen der Corona-Krise aus. Stattdessen wird es eine militärische Feier auf der Place de la Concorde geben. E Foto: Christophe Ena/AP/dpa
Tedros Adhanom Ghebreyesus (M), Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), nimmt an einer Militärfeier teil. Die traditionelle Militärparade auf der Prachtstrasse Champs-Élysées fällt wegen der Corona-Krise aus. Stattdessen wird es eine militärische Feier auf der Place de la Concorde geben. E Foto: Christophe Ena/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Christophe Ena

Für seine Rolle bei den Bemühungen der WHO, die Pandemie in den Griff zu bekommen, wird Tedros durchaus geschätzt. Beeinträchtigt wurde seine Kandidatur allerdings dadurch, dass seine Heimat Äthiopien ihm mutmasslich die Unterstützung entzog.

Hintergrund soll der Konflikt um Tedros' Heimatregion Tigray sein. Der WHO-Chef hatte die UN-Organisation als Plattform genutzt, um das Vorgehen der Regierungstruppen in Tigray zu kritisieren. Normalerweise werden die Kandidaten für den WHO-Chefposten von ihren Heimatländern nominiert.

In einer geheimen Wahl werden die Mitgliedstaaten bei ihrer alljährlichen Weltgesundheitsversammlung (WHA) im Mai den neuen WHO-Chef bestimmen.

Mehr zum Thema:

Coronavirus WHO