Algerien mit Massendemonstration gegen Bouteflika
In der Hauptstadt Algeriens hat es am Freitag erneut eine Massendemonstration gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika gegeben.

Das Wichtigste in Kürze
- In Algerien kam es zu einer Massendemonstration gegen den Präsidenten Bouteflika.
- Er ist seit 20 Jahren im Amt, jedoch seit 2013 nach einem Schlaganfall angeschlagen.
In der Hauptstadt Algerien kam es erneut zu Massenprostesten gegen den Präsidenten Bouteflika. Eine grosse Menschenmenge zog in Algier durch die Strassen. Sie forderte den Rücktritt des Präsidenten und seiner Regierung, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Offizielle Angaben zu den Teilnehmerzahlen gab es nicht.
Die Demonstration gilt als Gradmesser dafür, wie die Bevölkerung zu jüngsten Forderungen aus Bouteflikas Umfeld steht, den Präsidenten zu entfernen. Zuletzt hatte etwa Der Armeechef von Algeriens, Ahmed Gaid Salah, vorgeschlagen, Bouteflika für amtsunfähig erklären zu lassen.
Algerien gegen Bouteflika
Ahmed Ouyahia, Chef der Sammlungsbewegung für Demokratie (RND), forderte den Rücktritt des 82-Jährigen. Die RND ist der bedeutendste Verbündete von Bouteflikas FLN-Partei.
Die Demonstranten lehnten die Vorschläge am Freitag ab. Sie sehen darin den Versuch von Vertrauten des Präsidenten, ihre Machtposition auch über dessen Amtszeit hinaus zu sichern. «Bouteflika, nimm Gaid Salah mit, wenn du gehst», riefen sie in Sprechchören und forderten eine neue Regierung.
Seit 20 Jahren Präsident
Bouteflika regiert das nordafrikanische Land seit 20 Jahren. Seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 hat er sich jedoch weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Kritiker gehen davon aus, dass er im Machtapparat nicht mehr die Fäden in der Hand hält.
Vor rund zwei Wochen hatte Bouteflika angesichts der Proteste seinen Verzicht auf die Kandidatur für eine weitere Amtszeit erklärt.
Allerdings verschob er die für den 18. April geplante Präsidentschaftswahl auf unbestimmte Zeit. Nach dem Ende seines vierten Mandats am 28. April will er weiter im Amt bleiben.












