Aktivist Krauthausen kritisiert Trinkhalm-Verbot der EU

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Der Berliner Inklusionsaktivist Raul Krauthausen sieht das von der EU geplante Verbot von Trinkhalmen aus Plastik kritisch.

    Röhrli
    Der Student soll einen Trinkhalm abgeleckt, zurückgesteckt und das Video online gestellt haben. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verschiedene Einmalprodukte aus Plastik, darunter Trinkhalme und Teller, sollen ab 2021 nicht mehr verkauft werden dürfen.

    «Es wäre sinnvoller, dafür zu sorgen, dass Strohhalme nicht standardmässig ausgegeben werden», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Pauschale Verbote halte er dagegen nicht für die richtige Lösung.

    Verschiedene Einmalprodukte aus Plastik, darunter Trinkhalme und Teller, sollen ab 2021 nicht mehr verkauft werden dürfen. Das EU-Parlament hatte die entsprechenden neuen Regeln, die vor allem die Meere vor Vermüllung bewahren sollen, am Mittwoch auf den Weg gebracht.

    Als Grund für seine Kritik führt Krauthausen an, dass er selbst zwar nicht, aber manche Menschen auf Trinkhalme angewiesen seien. «Es gibt Menschen, die ihre Arme nicht bewegen können. Die brauchen Strohhalme, wenn sie beim Trinken nicht gefüttert werden wollen», erklärte der 38-Jährige, der selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

    Auch andere Menschen mit Behinderung könnten mitunter nicht auf Trinkhalme verzichten. «Natürlich wollen Menschen mit Behinderung genauso die Umwelt schützen wie Menschen ohne», sagte Krauthausen. «Aber wir dürfen diejenigen nicht vergessen, die dadurch an Autonomie einbüssen.»

    Andere Materialien seien in diesem Fall keine Alternative: Menschen mit Spastiken könnten sich an Trinkhalmen aus Glas oder Metall verletzen, schreibt Krauthausen auf seiner Homepage. Halme aus Papier und Bambus seien weniger flexibel als Exemplare aus Plastik, die durch ihren Knick besonders gut geeignet seien. «Da gibt es keine adäquate Alternative.»

    Krauthausen setzt sich als Aktivist für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Er hat auch ein Buch geschrieben: In «Dachdecker wollte ich eh nicht werden» schildert er das Leben aus der Rollstuhlperspektive.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    «Arena»
    7 Interaktionen
    Kriegsmaterial-Arena
    Meghan Markle
    Hausarrest für Vater

    MEHR IN NEWS

    YB
    7 Interaktionen
    Lunde-Kolumne
    SBB
    8 Interaktionen
    Aggressiv
    Jon Pult
    16 Interaktionen
    Jon Pult
    Strassenbeleuchtung
    3 Interaktionen
    Sparen

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Miro Muheim HSV
    4 Interaktionen
    Hammer-Tor
    Klimawandel
    17 Interaktionen
    Neue Klimazahlen
    vw
    Braunschweig
    20 Interaktionen
    Berlin