In Kiel hat erstmals seit Langem wieder ein Kreuzfahrtschiff mit Urlaubern abgelegt. An Bord gelten strenge Auflagen.
Die "AIDAsol" läuft aus dem Kieler Hafen aus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Die "AIDAsol" läuft aus dem Kieler Hafen aus. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die krisengeschüttelte Kreuzfahrtbranche startet nach mehrmonatiger Coronapause in Deutschland in die Saison.

Den Anfang machte am Samstagabend in Kiel die «Aidasol» der Carnival-Tochter Aida Cruises.

Das Schiff ist nach Angaben der Reederei ausgebucht und brach mit rund 900 Passagieren an Bord zu einer Kurztour in die Ostsee auf. Am Pfingstsonntag folgt Tui Cruises mit «Mein Schiff 1». Das Gemeinschaftsunternehmen des Tourismusriesen Tui und des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean startet wie Aida eine «Blaue Reise», bei der die Urlauber zunächst ohne Landgang die ganze Zeit auf der Ostsee bleiben. Nach dem ersten Corona-Schock und dem sommerlichen Neustart 2020 sowie dem erneuten Lockdown im Herbst ist dies der zweite Anlauf, mit dem die Reedereien an den jäh unterbrochenen langjährigen Kreuzfahrtboom anknüpfen wollen.

Den «Neustart 2.0» in Kiel verdankt die Kreuzfahrtindustrie den sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein. Das Land zwischen Nord- und Ostsee hat seit längerem mit Abstand die niedrigsten Werte in Deutschland. Die Landesregierung hatte deswegen den Tourismus Mitte Mai geöffnet - unter strengen Vorgaben dürfen Reisende überall ins Land. «Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Der Seetourismus ist von grosser regionalwirtschaftlicher Bedeutung und gibt den Menschen ein Stück Freiheit zurück», sagte der Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, Dirk Claus.

Auf die Kreuzfahrer wie auf die Besatzungen warten strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln; die Schiffe werden zudem nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Coronatests sind Pflicht, an Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Statt am Buffet zu stehen, wird den Gästen das Essen am Tisch serviert. Für Infektionsfälle gibt es eigene Protokolle, die sicherstellen sollen, dass Passagiere isoliert und alle Kontakte nachverfolgt werden können.

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