Italien: Mann (†43) stirbt bei Verhaftung – Beamte knieten auf ihm
Bei einem Polizeieinsatz in der norditalienischen Stadt Bologna ist ein 43 Jahre alter Mann ums Leben gekommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Polizeieinsatz in Bologna (I) wurde ein Mann getötet.
- Zwei Polizisten knieten auf den 43-Jährigen und drückten ihn brutal zu Boden.
- Wie ein Video zeigt, schrie der Festgenommene nach Hilfe, ehe er sich nicht mehr bewegte.
Der 43-jährige Mann starb nach Berichten von Augenzeugen, nachdem sich zwei Polizisten längere Zeit auf ihn gesetzt hatten. Dies, während er am Boden lag.
Die Tageszeitung «La Repubblica» veröffentlichte ein Video. Auf dem ist zu sehen, wie der Mann mehrfach um Hilfe ruft, ohne dass die beiden von ihm ablassen. Später gibt er keine Lebenszeichen mehr von sich.
Nach ersten Angaben war die Polizei am späten Vormittag von Nachbarn in den Stadtteil Pilastro gerufen worden. Dies, nachdem der Mann marokkanischer Herkunft einen Wutanfall bekommen haben soll.
Er soll dann gegen den Streifenwagen geschlagen haben, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Daraufhin hätten die Beamten Pfefferspray gegen ihn eingesetzt und ihm Handschellen angelegt.
Mann schreit nach Hilfe
Auf dem Video ist zu hören, wie der Mann am Boden ruft: «Aiuto. Basta, basta!» («Hilfe! Genug, genug!») Trotzdem lassen die Polizisten in Uniform nicht von ihm ab.
Ein dritter Mann, der Zivil trägt, hält ihn an den Knöcheln fest. Zu sehen sind auch zwei Rettungssanitäter, die jedoch nicht eingreifen. Nach mehreren Minuten bewegt sich der Mann nicht mehr.
Das Video wurde aus einem Fenster aufgenommen, offensichtlich von einem Nachbarn.
Nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa lebte der aus Marokko stammende Mann bereits seit seinem siebten Lebensjahr in Italien. Dort habe er sich zusammen mit seinem Bruder eine Wohnung geteilt.
In dem Stadtteil im Nordosten der Universitätsstadt herrschte nach dem Tod des Mannes eine angespannte Stimmung. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klären.
Rom verspricht «völlige Transparenz»
Die Behörden haben in dem Fall Aufklärung versprochen. Aus dem Innenministerium in Rom hiess es, man werde «völlige Transparenz» walten lassen.
us dem Lager der Rechtsregierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wurden die Beamten verteidigt. In einer Erklärung der Regierungspartei Lega hiess es, sie hätten ihre «Dienstpflicht» getan.

















