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    EU-Kommissar: Twitter verlässt Kodex gegen Desinformation

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    Belgien,

    Laut der EU-Kommission verlässt Twitter den freiwilligen Kodex gegen Desinformation. Der Kampf gegen Fake News wird ab August eine gesetzliche Verpflichtung.

    Twitter
    Twitter steht immer wieder für seinen Umgang mit Desinformation in der Kritik. - Mary Altaffer/AP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Twitter verlässt laut der EU-Kommission den freiwilligen Kodex gegen Desinformation.
    • Man könne weglaufen, aber man könne sich nicht verstecken, so der zuständige Kommissar.
    • Twitter-Chef Elon Musk beruft sich immer wieder auf die Meinungsfreiheit.

    Der Kurznachrichtendienst Twitter tritt laut Angaben der EU-Kommission aus einem EU-Abkommen gegen die Verbreitung von Desinformation im Internet aus.

    EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton schrieb in der Nacht zu Samstag auf Twitter, das soziale Netzwerk verlasse den freiwilligen EU-Verhaltenskodex gegen Desinformation. «Aber die Verpflichtungen bleiben. Man kann weglaufen, aber man kann sich nicht verstecken», schrieb er.

    Über die freiwilligen Verpflichtungen hinaus werde der Kampf gegen Desinformation ab dem 25. August eine gesetzliche Verpflichtung im Rahmen des sogenannten EU-Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) sein. «Unsere Teams werden auf die Durchsetzung vorbereitet sein», schrieb Breton.

    Im Februar hatte die EU-Kommission Berichte darüber veröffentlicht wie Online-Plattformen, unter anderem auch Google, Meta, Microsoft und TikTok, die Regeln des freiwilligen EU-Verhaltenskodexes umsetzen. Der Bericht von Twitter sei hinter den anderen zurückgeblieben, stellte die Brüsseler Behörde damals fest. Die Plattformen zeigten in ihren Berichten unter anderem, wie viele Fake-Accounts erstellt und genutzt wurden. Oder wie sich Faktenchecks auf die Verbreitung von Desinformationen auswirkten.

    Twitter-Chef Musk beruft sich auf Meinungsfreiheit

    Das Gesetz über Digitale Dienste soll darüber hinaus unter anderem sicherstellen, dass Plattformen illegale Inhalte auf ihren Seiten schneller entfernen. Die Vorgaben gelten ab Mitte Februar 2024 in der gesamten EU – für besonders grosse Plattformen schon früher.

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    Elon Musk tritt von seinem Posten als CEO von Twitter zurück. - keystone

    Breton hatte Ende November gesagt, Twitter müsse seine Anstrengungen zur Einhaltung von EU-Recht verstärken. Das soziale Netzwerk müsse transparente Nutzerrichtlinien einführen, Inhalte deutlich stärker moderieren, die Meinungsfreiheit schützen und entschlossen gegen Desinformation vorgehen.

    Twitter-Chef Elon Musk hatte stets betont, die aus seiner Sicht zu starken Einschränkungen der Meinungsfreiheit auf der Plattform zu beseitigen. Vor gut zwei Wochen hatte der Tech-Milliardär angekündigt, den Chefposten bei Twitter nach einem chaotischen halben Jahr in die Hand der Werbe-Expertin Linda Yaccarino zu legen.

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