Ein kreativer Bastler aus Leipzig (D) hat eine Synthesizer-Prothese erfunden. Anstelle der Hand besitzt sein Arm einen Controller für elektronische Instrumente.
synthesizer Prothese Hand Bastler
Bertolt Meyer präsentiert seine neue Synthesizer-Prothese. - Youtube/Bertolt Meyer
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bertolt Meyer aus Leipzig (D) hat für sich selbst eine Synthesizer-Prothese gebaut.
  • Die Prothese nutzt Muskelsignale, um mithilfe dieser einen Synthesizer anzusteuern.

«Die Mensch-Maschine – halb Wesen und halb Ding»: Vierzig Jahre ist es her, dass «Kraftwerk», die Pioniere der elektronischen Musik, die Verschmelzung von Mensch und Maschine besangen. Nun hat der Bastler und Musiker Bertolt Meyer aus Leipzig (D) die Vision ganz im Sinne der Elektro-Urgesteine umgesetzt: Seine Armprothese steuert neuerdings Synthesizer.

Meyers Synthesizer ist aus zahlreichen einzelnen Modulen aufgebaut, welche über Spannungen kontrolliert werden. Jedes Modul besitzt Eingangs- und Ausgangsbuchsen, über die die einzelnen Komponenten mit Kabeln zu einem Synthesizer kombiniert werden.

Bertolt Meyer erklärt in seinem Youtube-Video, wie die Prothese funktioniert.

Die Prothese steuert den Synthesizer

Mit zwei Kabeln, die von Meyers Arm direkt zum Synthesizer führen, kann er direkt den Synthesizer steuern. Die alte mechanische Hand habe Mühe gehabt, die filigranen Drehknöpfe des Modularsynthesizers zu bedienen. Der neue Arm ist da ein echtes Upgrade und kein unnötiges Gimmick.

Hilfe erhielt der Bastler dabei vom Berliner Unternehmen «Koma Electronics». Die kleine Firma hat bereits in der Vergangenheit mit aussergewöhnlichen Modulen für modulare Synthesizer für Aufsehen gesorgt.

Synthesizer Prothese hand Bastler
Die Prothesentechnik macht laufend Fortschritte. Vorstellung einer neuen Handprothese an der CEBIT 2014. - Keystone

Zwar ist die verwendete Technik einfach, und Meyer sagt selbst, dass seine Prothese bereits 20 Jahre alt ist. Trotzdem ist die kreative Verwendung etwas Neues. Ständig werden Prothesen um neue Erfindungen und Technologien ergänzt, die Menschen mit fehlenden Gliedmassen immer komplexere Tätigkeiten ermöglichen.

Kraftwerks Vision von der «Mensch-Maschine» rückt so noch mehr in greifbare Nähe.

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