Das Universum ist 13,8 Milliarden Jahre alt. Nun haben Forscher zwei uralte Galaxien gefunden, die «fast» so alt sind, wie das Universum selbst.
Galaxie Genf Universität
Eine künstlerische Darstellung einer in Staub umhüllter Galaxie. - Universität Genf

Das Wichtigste in Kürze

  • Forscher der Universität Genf haben zwei neue uralte Galaxien entdeckt.
  • Beide sind vor mehr als 13 Milliarden Jahren gebildet worden und waren in Staub umhüllt.

Astronominnen und Astronomen haben zwei Galaxien aus dem frühen Universum entdeckt. Mit bisherigen Beobachtungsmethoden blieben diese verborgen, weil kosmischer Staub sie in eine undurchsichtige Wolke hüllt.

Beobachtungen mit der Teleskopanlage Alma auf einer chilenischen Hochebene offenbaren einen Blick in die frühesten kosmischen Epochen des Universums. Entstanden ist dieses vor 13,8 Milliarden Jahren.

Außerirdisches Leben
Tausende von Galaxien leuchten in der tiefschwarzen Weite des Weltraums in einer Aufnahme, die Mithilfe des Hubble-Weltraumteleskops gemacht wurde. Foto: Nasa/Esa/Hubble - dpa-infocom GmbH

Anders als optische oder Infrarot-Teleskope kann Alma sehr viel längere Wellenlängen im Millimeterbereich und darunter wahrnehmen. Dadurch lüftet sich der Schleier der Gas- und Staubwolken - und bislang verborgenen Galaxien treten hervor.

Eine Galaxie die fernste von Staub verdeckte

Die Existenz zwei solcher Galaxien, die sich vor mehr als 13 Milliarden Jahren gebildet hatten, konnte ein internationales Forschungsteam nachweisen. Dies unter Leitung der Universitäten Genf und Waseda in Japan sowie des Nationalen Astronomischen Observatorium von Japan.

Interessieren Sie sich für Weltraum-Forschung?

Ausschlaggebend waren Alma-Beobachtungsdaten. Eine sei gar die fernste von Staub verdeckte Galaxie, die je beobachtet wurde. Dies teilte die Universität Genf am Mittwoch mit.

Die Entdeckungen zeigten, dass das Bild der Anzahl früher Galaxien noch sehr unvollständig sei, berichten die Forschenden im Fachmagazin «Nature».

Galaxien blieben wegen Staub unentdeckt

Yoshinobu Fudamoto, Erstautor der Studie, sagte denn auch: «Diese neuen Galaxien sind nicht deshalb unbemerkt geblieben, weil sie extrem selten sind. Sondern nur, weil sie vollständig von Staub verdeckt sind.» Tatsächlich hält es für möglich, «dass wir immer noch bis zu einer von fünf Galaxien im sehr frühen Universum übersehen.»

Die Forschenden stecken viel Hoffnung in das Weltraumteleskop «James Webb», das am 18. Dezember vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana ins All starten soll. Damit möchten die Astronomen das Rätsel knacken, wie viele Galaxien bisher übersehen wurden – und wann die erste entstand. Dies in Synergie mit dem Weltraumobservatorium Alma.

Mehr zum Thema:

Universität Genf Studie