Chinas Aussenminister Wang Yi hat bei einem Besuch in Nepal kaum Fortschritte bei der Umsetzung von grösseren Infrastrukturprojekten im Rahmen der Initiative der «Neuen Seidenstrasse» gemacht. Bei einem 9-Punkte-Abkommen, das Wang und sein nepalesischer Kollege Narayan Khadka unterschrieben hätten, sei der Begriff «Neue Seidenstrasse» nicht einmal vorgekommen, berichtete die «Kathmandu Post» am Sonntag. Nepal habe sich demnach von China gewünscht, dass China mehr Projekte direkt bezahle statt Kredite zu geben, sagte ein Sprecher von Nepals Premierminister Sher Bahadur Deuba der Zeitung.
Wang Yi, Aussenminister von China, spricht am Rande der laufenden Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses bei einer Pressekonferenz. Foto: Li Xin/Xinhua/dpa
Wang Yi, Aussenminister von China, spricht am Rande der laufenden Jahrestagung des chinesischen Volkskongresses bei einer Pressekonferenz. Foto: Li Xin/Xinhua/dpa - dpa-infocom GmbH

Nepal und China haben 2017 ein Abkommen zur «Neuen Seidenstrasse» (One Belt, One Road) unterschrieben, aber bislang ist wegen Meinungsverschiedenheiten besonders bei der Finanzierung noch kein Projekt umgesetzt worden.

Wang sagte laut Xinhua bei dem Besuch, dass China wichtige gemeinsame Projekte weiter vorantreiben wolle.

Kurz vor dem Besuch von Wang hatte Nepal die Annahme von US-Entwicklungshilfegeldern im Wert von 500 Millionen Dollar für Infrastrukturprojekte beschlossen. Einige Kritiker in Nepal befürchten, dass das Himalaya-Land, das gute Beziehungen zu China hat, sich damit zunehmend der USA annähert. Vor der Entscheidung der Annahme gab es auch grössere und teils gewaltsame Proteste in Nepal. Mit den US-Geldern sollen nach Angaben der «Kathmandu Post» vorwiegend Hochspannungsleitungen gebaut und Strassen instand gesetzt werden. Nepal soll zu den Projekten selbst 130 Millionen US-Dollar beisteuern.

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