Zweite Welle: Ökonomen warnen vor grossen Folgeschäden

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    Bolivien,

    Auf vielen Unternehmen lasten in der Corona-Pandemie hohe Schulden, die Rücklagen sind vielfach aufgebraucht. Eine zweite Welle könne noch mehr Schaden anrichten, warnen Ökonomen.

    Auch VW hat die Corona-Krise voll zu spüren bekommen. Foto: Swen Pförtner/dpa
    Auch VW hat die Corona-Krise voll zu spüren bekommen. Foto: Swen Pförtner/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Führende Ökonomen haben sich besorgt über die gestiegene Zahl der täglichen Corona-Infektionen geäussert.

    «Eine zweite Welle könnte wirtschaftlich schädlicher sein als die erste Welle.

    Denn viele Unternehmen sind angeschlagen, haben hohe Schulden und kaum mehr Rücklagen», sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, der «Rheinischen Post» (Samstag).

    Die Erfahrung der USA zeige, dass klare Regeln und frühzeitige Beschränkungen wichtig seien, um eine Infektionswelle so gering wie möglich zu halten und den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. «Nur wenn sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung verantwortlich verhält, kann es gelingen, die Restriktionen zeitlich zu begrenzen und den Schaden zu minimieren», sagte Fratzscher.

    Der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, ermahnte die Bundesregierung, angesichts des Infektionsgeschehens einen zweiten bundesweiten Lockdown nicht übereilt zu verhängen. «Ein bundesweiter Lockdown setzt eine epidemische Lage von nationaler Tragweite voraus», sagte Hüther der Zeitung. Eine solche nationale Gefahrenlage sei derzeit aber nicht gegeben. «Ich halte einen zweiten bundesweiten Lockdown für weder geboten noch mit Blick auf die sozialen und ökonomischen Kollateraleffekte für verantwortlich», sagte der IW-Chef. «Es muss um regionale Antworten gehen», sagte Hüther.

    Auch Mittelstands-Präsident Mario Ohoven appelliert an die Politik, im Falle steigender Infektionszahlen einen zweiten Lockdown zu verhindern. «Es wäre unverantwortlich, die deutsche Wirtschaft durch einen weiteren Lockdown in den Ruin zu treiben», sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Auch wenn lokale Ausbrüche zu partiell erhöhten Infektionszahlen führen, darf daraus kein zweiter Shutdown entstehen», mahnte Ohoven.

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