Zusammenstösse in Hongkong weiten sich auf Hochschulen aus

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    Hong Kong,

    In Hongkong verschanzten sich mehrere Demonstranten in den Gebäuden verschiedener Hochschulen. Weitere Demonstranten blockierten Strassen.

    Zusammenstösse an der Chinesischen Universität Hongkongs am Dienstag
    Zusammenstösse an der Chinesischen Universität Hongkongs am Dienstag - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Demonstranten in Hongkong verschanzten sich in Gebäuden einiger Hochschulen.
    • Weitere Demonstranten blockierten Strassen und behinderten den öffentlichen Verkehr.

    Die schweren Zusammenstösse zwischen Demonstranten und Polizisten in Hongkong haben sich am Dienstag erstmals auf mehrere Hochschulen ausgeweitet. Vor allem das Gelände der Chinesischen Universität von Hongkong wurde in ein Schlachtfeld verwandelt.

    Die Polizei feuerte dort mit Tränengas und Gummigeschossen auf Demonstranten, die Barrikaden errichtet hatten. Polizeisprecher Kong Wing Cheung sagte, der Rechtsstaat stehe «am Rande des Zusammenbruchs».

    Demonstranten bewarfen Polizei mit Steinen

    Am zweiten Tag in Folge legten Demonstranten Teile des öffentlichen Verkehrs in Hongkong lahm. Kleine Gruppen maskierter Aktivisten blockierten Strassen und warfen Gegenstände auf Bahngleise. An der Chinesischen Universität beobachtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP, wie Demonstranten Steine in die Richtung von Polizisten schleuderten. Auch an drei anderen Hochschulen gab es gewalttätige Zwischenfälle.

    Proteste in Hongkong
    Die Studenten blockieren mit Ziegelsteinen und Hindernissen eine Strasse auf dem Campus der City University. - dpa

    Chinesische Staatsmedien lobten die Hongkonger Polizei für ihre Zurückhaltung, warnten jedoch zugleich, die Volksbefreiungsarmee stünde bei Bedarf zur Unterstützung der Hongkonger Sicherheitskräfte bereit.

    «Kampf für die Freiheit!»

    Im Geschäftsviertel Central, in dem zahlreiche internationale Unternehmen ihren Sitz haben, besetzten tausende Demonstranten mehrere Strassenzüge und sangen: «Kampf für die Freiheit!» Aus der Menschenmenge wurden Steine und andere Gegenstände geschleudert. Wenn die Menge von der Polizei mit Tränengas auseinandergetrieben wurde, formierte sie sich anschliessend neu.

    Proteste in Hongkong
    Studenten mit Regenschirmen stehen während einer Demonstration an der Chinese University auf einer Brücke Polizisten gegenüber. - dpa

    In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gibt es seit Monaten Massenproteste, die immer häufiger in Gewalt umschlagen. Die Proteste richteten sich zunächst gegen ein geplantes Gesetz, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen fordert die Protestbewegung umfassende demokratische Reformen und die Absetzung der pro-chinesischen Regierung.

    Gewalt wird von mehreren Regierungen verurteilt

    Mehrere Regierungen hatten zuletzt die Zunahme der Gewalt verurteilt. Eine Sprecherin des US-Aussenministeriums verurteilte die «Gewalt auf allen Seiten, unabhängig von ihrer politischen Neigung» und rief alle Konfliktparteien zur Zurückhaltung auf. Die britische Regierung bezeichnete die Eskalation in Hongkong als «zutiefst verstörend».

    Der chinesische Aussenamtssprecher Geng Shuang warf den Demonstranten in Hongkong «haarsträubendes Benehmen» vor. Die Einwohner Hongkongs würden dadurch in Angst versetzt.

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