Yen legt nach gemeinsamer Intervention der USA und Japans weiter zu
Der japanische Yen hat am Montag weiter zugelegt und damit seine Erholung gegenüber dem US-Dollar fortgesetzt. Washington und Tokio bestätigten, gemeinsam am Devisenmarkt zugunsten der japanischen Währung interveniert zu haben – die erste koordinierte Aktion seit 28 Jahren.

Der Yen gewann gegen Montagmittag 0,25 Prozent auf 157,00 Yen je Dollar. Händler hatten bereits Ende vergangener Woche wegen der ungewöhnlich starken Aufwertung eine Intervention vermutet. Seit Donnerstag hat der Yen gegenüber dem Dollar fast 4 Prozent zugelegt und den höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht.
Zuvor war die japanische Währung auf fast 164 Yen je Dollar gefallen, den tiefsten Stand seit 1986. Belastet wurde sie durch den Zinsunterschied zu den USA sowie Sorgen über die Haushaltspolitik der japanischen Regierung.
An den grundlegenden Ursachen der Yen-Schwäche ändere die Intervention allerdings nichts, sagte ING-Analyst Chris Turner. Die lockere Geld- und Fiskalpolitik Japans laste weiterhin auf der Währung. Der Eingriff könne jedoch Investoren davon abhalten, den Dollar über 160 Yen steigen zu lassen, und Tokio Zeit für yenfreundlichere Massnahmen verschaffen.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf X, die USA würden sich «nicht scheuen», weitere gemeinsame Interventionen zur Stützung des Yen zu unterstützen. Laut der «Financial Times» verkaufte das US-Finanzministerium dafür unter anderem Euro gegen Yen statt Dollar. Dies könnte laut Commerzbank-Analyst Michael Pfister verhindern, dass ein schwächerer Dollar US-Staatsanleihen für japanische Investoren unattraktiver macht.










