Wüstenfalke entkommt aus Gefangenschaft und gründet Familie

Keystone-SDA
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Israel,

Ein seltener Falke ist der Gefangenschaft entkommen – und hat anschliessend in der Wüste Judäa zwischen Jerusalem und dem Toten Meer eine Familie gegründet.

Die Wüste Judäa.
Die Wüste Judäa. - keystone

Bei einer Greifvogel-Erhebung entdeckten Inspektoren den Wüstenfalken gemeinsam mit seiner Partnerin und Nachwuchs, wie die israelische Natur- und Parkbehörde mitteilte.

Noch immer trägt der Vogel sichtbare Zeichen seiner Vergangenheit: An beiden Beinen hängen ausgefranste Lederriemen, wie auf Fotos zu erkennen ist. Solche Riemen werden in der Falknerei genutzt, um die Tiere zu fixieren.

Ziel der Erhebung war es, aktive Brutreviere von Greifvögeln zu identifizieren. Dabei stiessen die Forscher auf ein Paar Wüstenfalken in einem Tal der Region. Die Art gilt als stark gefährdet – in Israel gibt es weniger als 50 Brutpaare. Der Wüstenfalke gilt als Unterart des Wanderfalken – im Sturzflug das schnellste Tier der Welt.

Im Nest befanden sich demnach zwei gesunde Jungvögel. Die Eltern wurden bei Jagdflügen und beim Füttern des Nachwuchses beobachtet.

Während der Beobachtung fiel den Forschern auf, dass eines der Tiere noch Reste der Lederriemen trug. Diese werden in der Falknerei verwendet – einer umstrittenen Praxis, bei der Falken und andere Greifvögel zur Jagd oder als «Haustiere» gehalten werden. In Israel ist dies laut Behörde illegal.

Den Forschern wurde klar, dass es sich um einen Vogel handeln musste, der aus der Gefangenschaft entkommen war.

Dass der Falke überlebt, in die Wildnis zurückgefunden und sogar eine Familie gegründet hat, sei «beeindruckend und bewegend zugleich», sagte Naturschützer Juval Dax.

Auch Chanan Levavi, Ranger für Greifvögel in der Wüste Judäa, die sich in Israel und den palästinensischen Gebieten erstreckt, bezeichnete den Fall als «gleichzeitig erschütternd und inspirierend». Trotz der Spuren der Gefangenschaft habe der Falke nicht nur überlebt, sondern es geschafft zu gedeihen. «Das zeigt die Kraft der Natur und die erstaunliche Fähigkeit von Wildtieren, sich zu erholen, wenn man ihnen die Chance gibt.»

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Kommentare

User #2468 (nicht angemeldet)

Tönt fast wie ein Märchen. Echt beeindruckend. Hoffentlich bleibt er nie hängen an den Riemen. Oder dass andere nicht versuchen ihn einzufangen, da sie ja dann wissen , dass er bereits mal bei Menschen war. Wünsche ihm und seiner Familie viel Glück.

User #2679 (nicht angemeldet)

Super

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