Pazifik heiss wie nie: Meteorologen warnen vor Rekord-El-Niño
Das Extremwetter nimmt weltweit zu – und ein zentrales Klimaphänomen steht im Fokus: El Niño.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Wetterphänomen El Niño verschärft in mehreren Regionen die Notlage: Dürre, Brände und Überschwemmungen werden häufiger.
- Peru und Ecuador reagieren mit Notstand und höchster Warnstufe.
- El Niño könnte bis 2030 einen neuen globalen Temperaturrekord bringen.
Dürre, Überschwemmungen, Waldbrände – derzeit häufen sich Extremwetterereignisse auf der ganzen Welt. Hinter vielen davon steckt dasselbe Klimaphänomen: El Niño.
Dieses natürliche Muster im Pazifik verändert Temperatur- und Niederschlagsverteilungen weltweit. Und es hat sich in den vergangenen Wochen ungewöhnlich schnell verstärkt.
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) sieht eine nahezu hundertprozentige Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bis Februar 2027 anhält.
Der Pazifik erwärmt sich weiter
Besonders auffällig sind die Wassertemperaturen im tropischen Pazifik. Sie lagen im August bereits bis zu 3,4 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Die Prognosen deuten auf einen weiteren Anstieg hin.
Ein starker El Niño kann Niederschlags- und Temperaturmuster auf ganzen Kontinenten verschieben.

In manchen Regionen drohen dadurch Starkregen und Überschwemmungen. Anderswo steigt die Gefahr von Trockenheit, Hitze und Waldbränden. Das Muster ist dabei je nach Weltregion sehr unterschiedlich.
Peru ruft Notstand aus
Die Folgen sind bereits spürbar: In Peru gilt in grossen Teilen des Landes der Notstand. Ecuador hat die höchste Warnstufe ausgerufen, in Indonesien herrscht seit Wochen extreme Trockenheit mit zahlreichen Bränden.

Auch in Ost- und Südafrika verschärfen Dürre, Hitze und Überschwemmungen die Lage. El Niño zeigt dabei ein komplexes Muster – manche Regionen werden trockener, andere feuchter.
Tropische Stürme reagieren auf El Niño
Auch tropische Wirbelstürme werden durch El Niño beeinflusst. Im Atlantik bremst das Phänomen in der Regel die Entstehung von Hurrikanen. Im östlichen und zentralen Pazifik kann das Gegenteil eintreten – dort werden die Bedingungen für solche Stürme günstiger.

Das globale Wettergefüge verschiebt sich damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Australien und Teile Asiens werden trockener, Südamerika feuchter, und die globalen Temperaturen steigen weiter.
Der Polarwirbel gerät ins Wanken
Ein zu warmer Winter schliesst Kältephasen nicht aus – besonders im Januar und Februar. Ein starker El Niño kann den Polarwirbel in der Stratosphäre (zweite Schicht der Erdatmosphäre) schwächen. Dieser Wirbel hält normalerweise die arktische Kaltluft im Norden.

Gerät er ins Wanken, kann diese Kaltluft bis nach Mitteleuropa vordringen. Ob das eintritt, ist jedoch ungewiss.
2027 könnte neuer Temperaturrekord fallen
Hält El Niño bis ins Jahr 2027 an, dürfte das auch die globale Durchschnittstemperatur weiter nach oben treiben.
Die WMO hält es für wahrscheinlich, dass eines der Jahre zwischen 2026 und 2030 den bisherigen Rekord überbietet.








