Der Libanon leidet seit Monaten unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Nun drohen auch noch Engpässe bei der Wasserversorgung.
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Im Libanon droht ein Wassermangel. - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Unicef warnt vor drohendem Wassermangel im Libanon.
  • Über vier Millionen Menschen könnten in den nächsten Tagen davon betroffen sein.
  • Das Land erlebt aktuell die schwerste Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

Dem krisengeplagten Libanon drohen nun auch akute Engpässe bei der Wasserversorgung. Mehr als vier Millionen Menschen könnten in den kommenden Tagen von Wassermangel betroffen sein oder den Zugang zu sauberem Trinkwasser gänzlich verlieren, warnte das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Samstag. Das Land müsse umgehend Massnahmen treffen, forderte Unicef-Direktorin Henrietta Fore laut einer Mitteilung.

«Die eilige Bildung einer neuen Regierung mit klaren Reformzusagen ist von entscheidender Bedeutung.» Die Organisation befürchtet auch eine Zunahme von Krankheiten infolge von mangelnder Hygiene durch Wasserknappheit.

Henrietta Fore
Henrietta Fore, die geschäftsführende Direktorin von Unicef. - dpa

Bereits vor einem Monat hatte das UN-Kinderhilfswerk Wasserknappheit für einen Grossteil der rund sechs Millionen Einwohner des Libanon im Sommer prognostiziert. Seitdem habe sich die Situation nicht verbessert. Regelmässige Stromausfälle und steigende Kosten für Treibstoffe beeinträchtigen die Wasserförderung im Land erheblich.

Tankstellen geschlossen, Medikamentenmangel in Apotheken

Der Libanon leidet seit Monaten unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte, die zu einem dramatischen Versorgungsmangel geführt hat. Seit Tagen sind überall im Land die Tankstellen geschlossen, weil es an Treibstoff fehlt. Die meisten Libanesen müssen täglich stundenlang ohne Strom auskommen. Auch Kliniken sind von dem Mangel betroffen. In Apotheken fehlt es an Medikamenten.

Auch politisch ist das Land gelähmt. Die Regierung trat nach der tödlichen Explosion im Hafen von Beirut vor einem Jahr zurück und ist seitdem nur noch geschäftsführend im Amt. Zum Jahrestag der Katastrophe hatte auch Bundesaussenminister Heiko Maas kürzlich den mangelnden Fortschritt im Libanon beklagt.

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