Verschwundene Studentin in der Türkei: Ex- Gouverneur verhaftet
Im Fall einer jungen Studentin, die vor sechs Jahren in der Osttürkei verschwand, gerät ein ehemaliger Gouverneur in den Fokus.

Es bestehe der Verdacht, dass der damalige Gouverneur der Provinz Tunceli, Tuncay Sonel, Beweismittel vernichtet, verheimlicht oder verändert habe, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf neue Ermittlungsergebnisse durch die zuständige Staatsanwaltschaft. Gegen Sonel sei am Dienstagabend Haftbefehl erlassen worden.
Gouverneure werden in der Türkei von der Zentralregierung in Ankara ernannt. Sonel war Anadolu zufolge zwischen 2017 und 2020 Gouverneur von Tunceli. Zuvor war der Sohn Sonels wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung verhaftet worden.
Die 21-jährige Studentin war im Januar 2020 verschwunden – die Behörden gehen davon aus, dass sie getötet wurde. Die Ermittlungen sollten schon zu den Akten gelegt werden, doch neue Erkenntnisse führten zu mehreren Verhaftungen. Justizminister Akin Gürlek erklärte, eine Sondereinheit sei geschaffen worden, um die Leiche der Studentin zu finden.
Ermittelt wird Anadolu zufolge unter anderem auch gegen einen ehemaligen Polizisten, dem vorgeworfen wird, Daten vom Telefon der Studentin gelöscht zu haben, und gegen einen Arzt, der Krankenhausunterlagen gelöscht haben soll, sowie gegen den damaligen Freund der Studentin.
Jahrelang hatten Frauenorganisationen und die Angehörigen der verschwundenen Studentin die Aufklärung des Falls gefordert.










