Angriff auf Schule in der Türkei - Hinweise auf Einzeltat

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Türkei,

Nach dem Angriff eines Achtklässlers an seiner Schule in der Südosttürkei mit mehreren Toten gehen die Behörden von einer geplanten Einzeltat aus.

Türkei
In der Türkei wurde eine Schule angegriffen. - keystone

Bei der Auswertung des Computers des mutmasslichen Schützen sei ein wenige Tage altes Dokument gefunden worden, das nahelege, dass der Schüler zeitnah eine grössere Tat begehen wolle, teilte die Generalstaatsanwaltschaft von Kahramanmaras mit.

Der Schüler hatte am Mittwoch nach Angaben von Behörden an seiner Schule wahllos um sich geschossen und mehrere seiner Mitschüler und einen Lehrer getötet. Die Zahl der Toten wurde zuletzt mit neun angegeben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft von Kahramanmaras mitteilte, handelt es sich dabei um die Zahl der Opfer des Angreifers. Auch der mutmassliche Schütze ist offiziellen Angaben zufolge tot. Wie der 14-Jährige ums Leben kam, ist noch unklar.

Die Polizeidirektion in Ankara erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei der Angriff an der Schule in Kahramanmaras am Mittwoch eine Einzeltat gewesen und habe keinen terroristischen Hintergrund. Die als Angreifer identifizierte Person habe als Profilbild auf WhatsApp das Foto eines Amokläufers verwendet, der im Jahr 2014 in den USA wahllos auf Passanten schoss.

Gegen den Vater des Achtklässlers – offiziellen Angaben zufolge einen pensionierten Polizisten – sei Haftbefehl erlassen worden. Der mutmassliche Täter hatte laut ersten Erkenntnissen bei dem Angriff die Waffen seines Vaters verwendet. Auch die Mutter war am Mittwoch festgenommen worden. Infolge des Vorfalls teilte das Innenministerium mit, dass Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft werden sollen.

In den Fokus der Ermittlungen gerieten zudem Beiträge in den sozialen Medien und in Chatgruppen, nachdem Berichten zufolge unter anderem Nutzer auf Telegram zu weiteren Angriffen an Schulen aufgerufen hatten. Die Polizei teilte mit, 940 Konten in den sozialen Medien sowie mehr als 90 Chatgruppen auf Telegram seien geschlossen worden. Zudem werde nach mehr als 80 Personen gefahndet. Ihnen werde unter anderem vorgeworfen, Verbrechen verherrlicht zu haben.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Daniel Koch
360 Interaktionen
Plädoyer
Swiss
49 Interaktionen
Mini-Service

MEHR IN NEWS

Kantonspolizei Solothurn
Laupersdorf SO
Lufthansa
2 Interaktionen
Keine Einigung
ert
Nach Verfolgungsjagd

MEHR AUS TüRKEI

Kahramanmaras
1 Interaktionen
Kahramanmaras
Schiesserei
Schusswaffen-Angriff
kemal
1 Interaktionen
In Türkei