Die USA, Russland, China und Pakistan haben die Taliban dazu aufgerufen, den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan nicht durch Anschläge und Angriffe zu stören. «Wir betonen, dass während des Abzugs der Friedensprozess nicht gestört werden darf, keine Kämpfe oder Unruhen in Afghanistan stattfinden dürfen und die Sicherheit der internationalen Truppen gewährleistet sein muss», hiess es am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung nach einem Treffen von Vertretern der vier Länder in Doha im Golf-Emirat Katar. Dort seien die Repräsentanten auch mit Unterhändlern der afghanischen Regierung und der Taliban zusammengekommen.
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Ein Kämpfer der Taliban trägt ein Gewehr um seine Schulter. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • «Wir bekräftigen unseren Appell an alle Konfliktparteien in Afghanistan, das Ausmass der Gewalt im Land zu verringern, und an die Taliban, keine Frühjahrsoffensive auszuführen», hiess es in der Erklärung weiter.

«Wir verurteilen auf das Schärfste alle Angriffe, die vorsätzlich auf Zivilisten in Afghanistan abzielen, und fordern alle Parteien auf, ihre Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht unter allen Umständen einzuhalten.»

Die vier Staaten riefen die afghanische Regierung und die Taliban zu einer Verhandlungslösung auf. Eine gewaltsam installierte Regierung in Afghanistan werde man nicht unterstützen, hiess es.

US-Präsident Joe Biden hatte Mitte des Monats den Abzug aller US-Soldaten aus Afghanistan bis spätestens zum 11. September angekündigt. Die Nato hatte unmittelbar darauf verkündet, das Bündnis werde den Einsatz vollständig beenden. Der Abzug der Nato-Truppen aus Afghanistan hat nach Angaben des Bündnisses schon begonnen und soll in «ein paar Monaten» abgeschlossen sein. Damit endet auch der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan. Vertreter der USA, Russlands, Chinas und Pakistans haben in den vergangenen zwei Jahren mehrfach über Afghanistan beraten.

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