Die Proteste der Ureinwohner in Ecuador hielten auch am Montag an. Der Ausnahmezustand wurde von drei auf sechs Provinzen ausgeweitet.
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Ecuadorianische Ureinwohner protestieren am Montag am achten Tag in Folge. - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Montag protestierten Ureinwohner in Ecuador am achten Tag in Folge gegen Spritpreise.
  • Präsident Lasso weitete den Ausnahmezustand auf sechs Provinzen aus.
  • In der Hauptstadt Quito wurde eine Hauptstadt verhängt.

Tausende Ureinwohner und Vertreter anderer Gruppen haben am Montag (Ortszeit) in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito erneut gegen hohe Spritpreise protestiert. Es war der achte Tag in Folge mit Demonstrationen in Quito.

Präsident Guillermo Lasso weitete am Montag (Ortszeit) den Ausnahmezustand von bisher drei auf sechs Provinzen aus. In Quito wurde eine Ausgangssperre verhängt. Der Ausnahmezustand erlaubt es dem Präsidenten, die Armee einzusetzen und bestimmte Bürgerrechte auszusetzen.

Dutzende Verletzte bei Protesten in Ecuador

Am Montag bewegten sich die meisten Demonstranten zu Fuss, auf Motorrädern und Lkws vom südlichen Viertel Cutuglagua aus ins Stadtzentrum, etwa hundert von ihnen kamen aus dem Norden. Am Protestzug, der sich auf einer der Fahrbahnen einer breiten Strasse bewegte, nahmen nach Beobachtung von AFP-Journalisten Männer und Frauen mit Kindern teil. Manche Demonstrierende trugen ecuadorianische Fahnen, andere Stangen und Schutzschilde aus Holz und Metall.

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Der Präsident von Ecuador: Guillermo Lasso. - AFP/Archiv

In den vergangenen Tagen hatten Indigene auch mit Strassenblockaden gegen die hohen Spritpreise in Ecuador protestiert. Am Rande der Proteste kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, dutzende Menschen wurden verletzt. Zu den Protesten aufgerufen hat die Indigenen-Organisation Conaie. Sie hatte im Jahr 2019 Demonstrationen in Ecuador angeführt, bei denen elf Menschen getötet worden waren.

Starke Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut

Das erdölproduzierende südamerikanische Land leidet unter starker Inflation, Arbeitslosigkeit und Armut, die Probleme wurden durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Seit 2020 sind die Kraftstoffpreise stark gestiegen. Bereits im Oktober 2021 hatte es gewalttätige Proteste gegen die hohen Spritpreise gegeben, elf Menschen wurden dabei getötet und mehr als 1000 verletzt.

Mehr als eine Million der 17,7 Millionen Einwohner Ecuadors sind Indigene. Ihrem Protest haben sich inzwischen Studenten, Arbeiter und Mitglieder anderer Gruppen angeschlossen, die unter der Wirtschaftskrise besonders leiden.

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