Taucher veröffentlichen erste Bilder aus der Todes-Höhle

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Maldiven,

Das Bergungsteam fand die Leichen von vier Italienern im selben Teil der Höhle. Laut einem Retter hatten sie sich wohl beim Umkehren verirrt.

Höhle
Die Sicht konnte in der Höhle zeitweise auf null sinken. Die Italiener landeten offenbar in einem Tunnel, der in einer Sackgasse endete. - instagram/daneurope

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier tote Italiener wurden aus einer Höhle auf den Malediven geborgen.
  • Experte Paakkarinen nennt die Höhle 60 Meter tief und sehr anspruchsvoll.
  • Schlechte Sicht und ein tückischer Irrgang erschwerten die Orientierung massiv.

Ein internationales Taucherteam hat auf den Malediven die Leichen von vier italienischen Tauchern aus einer Höhle geborgen.

Die Leiche eines fünften Tauchers war bereits zuvor gefunden worden. Die vier geborgenen Leichen sollen am Samstag nach Italien zurückgebracht werden.

Der finnische Taucher Sami Paakkarinen, Mitglied des Bergungsteams, beschrieb die Höhle gegenüber dem «Corriere della Sera» als besonders anspruchsvoll. Sie liege rund 60 Meter tief und sei etwa 200 Meter lang.

Höhle
Die Höhle gilt laut Bergungsteam als besonders anspruchsvoll. - instagram/daneurope

«Wir haben schon längere und tiefere Höhlen erkundet, aber diese hier würde ich als besonders anspruchsvoll bezeichnen», sagte Paakkarinen.

Nach Einschätzung des Teams wurden die Taucher nicht durch eine Strömung in die Höhle gezogen. Die Gezeitenströmung sei sehr schwach gewesen. Die Italiener seien daher wohl bewusst in das Höhlensystem getaucht.

Null Sicht, Sackgasse, keine Rettung

Besonders gefährlich war laut Paakkarinen die schlechte Sicht. Aufgewirbelter Sand könne die Sicht zeitweise auf null reduzieren.

Hinter der ersten grossen Kammer führt ein rund 30 Meter langer Gang mit einer S-Kurve in eine zweite Kammer. Dort verirrten sich die Taucher offenbar beim Versuch umzukehren.

Höhle
Die Taucher seien laut Team wohl bewusst in das Höhlensystem eingedrungen. - instagram/daneurope

Der Ausgang sei schwer zu erkennen gewesen. Durch Sandbewegungen wirke die Öffnung auf dem Rückweg fast verschlossen. Links daneben befindet sich ein Tunnel, der offen aussieht, aber in einer Sackgasse endet. Dort fand das Bergungsteam die vier Leichen.

Der Luftvorrat wurde zur tödlichen Falle

Die verstorbenen Taucher waren mit 12-Liter-Sporttauchflaschen unterwegs. Deren Luftvorrat reichte in der Höhle nur begrenzt.

Paakkarinen sagte über den Fund: «Die vier Leichen lagen alle zusammen im selben Teil der Höhle. Wir waren sehr erleichtert, als wir sie fanden.»

Kommentare

User #2992 (nicht angemeldet)

Mit einem 12l Gerätauf 60 Meter zu tauchen ist schon im freien Wasser eheer opbere Limite, (Dekozeit und so) Sich mit einer solchen Ausrüstung in eine Höhlee (ohne?Orientierungsleine) als 5er Gruppe ...................... weitere Worte fehlen mir dazu

User #1727 (nicht angemeldet)

Dünne Schnur nie vergessen: Der Ursprung: Theseus und Ariadne - In der klassischen Sage muss der Held Theseus in das kretische Labyrinth des Königs Minos eindringen, um das Ungeheuer Minotauros zu besiegen. Ariadne, die Tochter des Königs, verliebt sich in ihn und gibt ihm ein Knäuel aus roter Seide mit. Theseus bindet das Ende am Eingang fest, rollt den Faden beim Hineingehen ab, besiegt das Monster und findet durch das Aufrollen des Fadens als erster Mensch sicher wieder heraus.

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