Wegen den Sanktionen der USA gegen Venezuela findet das südamerikanische Land keine Käufer seines Rohöls. Das trägt Probleme für venezolanische Öltanker.
Öltanker
Ein Öltanker auf hoher See. (Symbolbild) - Pixabay

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen US-Sanktionen will niemand Rohöl aus Venezuela kaufen.
  • Aus diesem Grund irren derzeit 16 venezolanische Öltanker in den Weltmeeren umher.
  • Einige sind schon seit einem halben Jahr auf der Suche nach einem Käufer.

Das «Schwarze Gold» wird zum «Schwarzen Peter»: Aus Furcht vor einer Verfolgung durch die US-Behörden wegen Sanktionsverstösse scheuen Firmen davor zurück, Venezuela Rohöl abzunehmen. Branchendaten zufolge fahren derzeit mindestens 16 Öltanker nach Käufer suchend auf den Weltmeeren umher - teilweise seit einem halben Jahr. In ihren Bäuchen lagern 18,1 Millionen Barrel (Fass zu je 159 Liter) Erdöl. Das entspricht in etwa der venezolanischen Fördermenge von zwei Monaten.

Ölkonzern PdVSA
Der Hauptsitz des staatlichen Ölkonzerns Petroleos de Venezuela. Unzählige Akteure sollen sich am «schwarzen Gold» bereichert haben und dann ihr Geld bei der CS versteckt haben. - dpa

Üblicherweise wird dieser Rohstoff erst dann verladen, wenn das Ziel bereits feststeht. Ladungen ohne Abnehmer gelten als Notverkauf und werden meist mit Abschlägen angeboten, denn Zeit ist hier wortwörtlich Geld. Allein die Liegegebühren für einen Öltanker belaufen sich auf mindestens 30.000 Dollar - pro Tag.

Er versuche seit Januar vergeblich, Käufer für eine Ladung zu finden, sagt ein Manager eines Händlers des venezolanischen Ölkonzern PDVSA. Für den Tanker seien bereits Liegegebühren für 120 Tage aufgelaufen. In Malaysia warten Daten des Anbieters Refinitiv zufolge sechs Schiffe der Reederei Eurotankers seit Monaten auf ihre Entladung. Das Unternehmen war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

PDSVA-Transporter stellen ihre Transponder ab

Die unter panamaischer Flagge fahrende MT Kelly hat dagegen bereits eine Odyssee hinter sich: Sie stach PDSVA-Unterlagen zufolge im April in Richtung Türkei in See. Kaum im Mittelmeer angekommen, machte sie kehrt und fuhr durch die Strasse von Gibraltar zurück in den Atlantik. Dort drehte sie nach Süden ab und fuhr die afrikanische Küste entlang.

Andere Tanker sind mit venezolanischem Öl auf dem Weg nach Malaysia, Singapur, Indonesien oder Togo. Dort werden Schiffe gelegentlich auf hoher See umgeladen, um den Ursprung des Öls zu verschleiern. Refinitiv zufolge sind die fraglichen Tanker zwar noch randvoll befüllt, einige haben aber die Transponder abgeschaltet. Damitkann ihre Position verfolgt werden.

maduro
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro. - Keystone

In Venezuela herrscht seit Jahren ein Machtkampf zwischen Präsident Nicolas Maduro und der Opposition. Die USA und die meisten westlichen Staaten erkennen den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaido als rechtmässigen Staatschef an. In diesem Zusammenhang hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen da südamerikanische Land verhängt. So soll Maduro zum Aufgeben bewegt werden.

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