Südkorea testete offenbar eine eigene Trägerrakete. Damit will das Land einen Militärsatelliten in den Orbit bringen.
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Die Rakete aus Südkorea (South Korea Defense Ministry via AP). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Südkorea hat offenbar eine eigene Trägerrakete entwickelt und getestet.
  • Mit der Rakete will das asiatische Land einen Militärsatelliten in den Orbit bringen.

Südkorea hat eigenen Angaben zufolge erstmals erfolgreich eine selbst gebaute Trägerrakete mit Feststoffantrieb für hauptsächlich militärische Zwecke getestet. Die Weltraumrakete soll einmal kleinere Militärsatelliten für die Erdbeobachtung auf eine niedrige Umlaufbahn bringen. Die Behörde für Verteidigungsentwicklung habe die Testrakete am Mittwoch von einem staatlichen Testgelände an der Westküste gestartet, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Der Test erfolgte nur wenig Tage, nachdem Nordkorea seine Nachbarn Südkorea und Japan durch den neuen Test einer atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete (ICBM) alarmiert hatte. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von Raketen jeglichen Typs, die einen Atomsprengkopf tragen können. Wegen seines Atomwaffenprogramms ist das Land harten internationalen Sanktionen unterworfen.

«Wichtiger Meilenstein»

Den Erfolg des Tests einer Trägerrakete bezeichnete Südkoreas Verteidigungsministerium als «wichtigen Meilenstein» für die Stärkung der eigenen Verteidigungsfähigkeit. Das gelte besonders für die unabhängige Beobachtung und Aufklärung aus dem All. Der Test sei zu einem kritischen Zeitpunkt erfolgt, da Nordkorea zuletzt mit dem ICBM-Start gegen sein eigenes Moratorium für die Erprobung solcher Raketen verstossen habe, hiess es.

Durch den Teststart der Weltraumrakete sollte den Angaben zufolge unter anderem ein grosses Feststofftriebwerk und die Abtrennung der Nutzlastverkleidung überprüft werden. Eine Feststoffrakete sei im Vergleich zu einer Rakete mit Flüssigkeitsantrieb in der Entwicklung und Herstellung kostengünstiger und simpler. Auch könne sie schneller gestartet werden.

Wann mit der Rakete ein Spionagesatellit ins All gebracht werden soll, war noch unklar. Südkorea hängt derzeit bei der Überwachung der Aktivitäten in Nordkorea von amerikanischen Militärsatelliten ab.