Südafrika verschärft nach Auftauchen der Omikron-Virusvariante seine Massnahmen. Neu gilt eine Impfpflicht für bestimmt Bereiche.
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Eine Person mit einer Spritze gegen das Coronavirus. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Südafrika führt eine Impfpflicht für bestimmte Bereiche ein.
  • Welche das sein werden, muss laut Präsident Ramaphosa erst noch definiert werden.
  • In dem Land breitet sich die Omikron-Variante rasant aus.

Nach der Entdeckung der Omikron-Virusvariante sowie einem ungewöhnlich starken Anstieg der Neuinfektionszahlen verschärft Südafrika seine Corona-Massnahmen. Präsident Cyril Ramaphosa stellte am Sonntagabend in einer TV-Rede unter anderem eine Impfpflicht für bestimmte Bereiche vor. Die würden aber erst noch bestimmt.

Brandherde Pretoria und Johannesburg

Trotz weiterer Versammlungsrestriktionen zum Jahresende liess er die bisherige niedrige Alarmstufe zunächst bestehen. Er kritisierte die zahlreichen Reiserestriktionen gegen Südafrika als wissenschaftlich unbegründet und rief zur Aufhebung auf.

Cyril Ramaphosa
Cyril Ramaphosa ist amtierender Präsident von Südafrika. - Keystone

Vergangenen Donnerstag hatten südafrikanische Virologen die Entdeckung der neuen Variante bekanntgegeben. Sie waren stutzig geworden, weil die landesweite Inzidenz von knapp zwei plötzlich auf neun Prozent in die Höhe geschnellt war. Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo rund 80 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden.

Omikron sei dafür verantwortlich, sagte Ramaphosa. Für Anfang Dezember sei eine vierte Infektionswelle zu befürchten. Bisher seien 41 Prozent der 60-Millionen-Nation geimpft – stärkere Anstrengungen beim Impfen seien nun aber dringend notwendig.

3 Millionen Fälle in Südafrika

Die neue Variante wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass sie die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern könnte.

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Ein Patient, der sich mit dem Coronavirus infiziert hat, wird im Tshwane District Hospital in Pretoria mit Sauerstoff behandelt. - dpa

Südafrika ist zahlenmässig das am schwersten von der Pandemie betroffene Land in Afrika. Bislang wurden dort knapp 3 Millionen Fälle dokumentiert. Rund 90'000 Menschen starben an den Folgen einer Infektion. Die bisherigen Einschränkungen hatten bereits verheerende Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Die verhängten Reisebeschränkungen vieler Länder treffen Südafrika kurz vor der wichtigen Sommer-Saison besonders hart.

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